20

Die auf die Triebe sich beziehende Reflexion bringt, als sie vorstellend, berechnend, sie untereinander und dann mit ihren Mitteln, Folgen usf. und mit einem Ganzen der Befriedigung – der Glückseligkeit – vergleichend, die formelle Allgemeinheit an diesen Stoff, und reinigt denselben auf diese äußerliche Weise von seiner Roheit und Barbarei. Dies Hervortreiben der Allgemeinheit des Denkens ist der absolute Wert der Bildung. (vgl. § 187)

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Kommentare

7 Kommentare zu „20“

  1. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1817)
    Hegel (Enzyklopädie 1817)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), § 396:

    § 396. Die Glückseligkeit ist die verworrene Vorstellung der Befriedigung aller Triebe, deren einer dem ändern aber ganz oder zum Theil aufgeopfert, vorgezogen und vorgesetzt werden soll. Die Begränzung derselben durcheinander als Seyender ist einerseits eine Vermischung von qualitativer und quantitativer Bestimmung; andererseits da die Neigung ein subjectiver und unmittelbarer Bestimmungsgrund ist, ist es das subjective Gefühl und Belieben, was den Ausschlag geben muß.

  2. Avatar von Hegel (Notizen)
    Hegel (Notizen)

    [zu § 20]
    Ganzes der Befriedigung.
    Allgemeiner Zweck – Glückseligkeit – aber inhaltslos in sich, unbestimmt – denn Wirklichkeit ist eine einzelne angenehme Empfindung, Befriedigung einzelner Trieb, – nicht des Allgemeinen, – ein Allgemeines, das in seiner Bestimmtheit allgemein bleibt.
    α) Hemmung – β) allgemein Denken
    der Begriff unmittelbar

  3. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1827)
    Hegel (Enzyklopädie 1827)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 478:

    § 478. Die Glückseligkeit ist die durch das reflectirende Denken hervorgebrachte Vorstellung der Befriedigung aller Triebe, die in ihrer Besonderheit als negativ gesetzt, und einer dem ändern ganz oder zum Theil aufgeopfert und vorgesetzt werden sollen. Die Begränzung derselben durch einander ist einerseits eine Vermischung von qualitativer und quantitativer Bestimmung; andererseits da die Glückseligkeit ihren affirmativen Inhalt allein in den Trieben hat, liegt in ihnen die Entscheidung, und es ist das subjective Gefühl und Belieben, was den Ausschlag geben muß.

  4. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1830)
    Hegel (Enzyklopädie 1830)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 479:

    § 479. In dieser durch das reflektierende Denken hervorgebrachten Vorstellung einer allgemeinen Befriedigung sind die Triebe nach ihrer Besonderheit als negativ gesetzt und sollen teils einer dem andern zum Behufe jenes Zwecks, teils direkt demselben ganz oder zum Teil aufgeopfert werden. Ihre Begrenzung durch einander ist einerseits eine Vermischung von qualitativer und quantitativer Bestimmung; andererseits, da die Glückseligkeit den affirmativen Inhalt allein in den Trieben hat, liegt in ihnen die Entscheidung, und es ist das subjektive Gefühl und Belieben, was den Ausschlag geben muß, worein es die Glückseligkeit setze.

  5. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    In der Glückseligkeit hat der Gedanke schon eine Macht über die Naturgewalt der Triebe, indem er nicht mit dem Augenblicklichen zufrieden ist, sondern ein Ganzes von Glück erheischt. Es hängt dieses insofern mit der Bildung zusammen, als letztere es ebenfalls ist, welche ein Allgemeines geltend macht. In dem Ideal von Glückseligkeit liegen aber zwei Momente: erstens ein Allgemeines, das höher ist als alle Besonderheiten, da nun aber der Inhalt dieses Allgemeinen wiederum der nur allgemeine Genuß ist, so tritt hier noch einmal das Einzelne und Besondere, also ein Endliches auf, und es muß auf den Trieb zurückgegangen werden. Indem der Inhalt der Glückseligkeit in der Subjektivität und Empfindung eines jeden liegt, ist dieser allgemeine Zweck seinerseits partikular und in ihm also noch keine wahre Einheit des Inhalts und der Form vorhanden.

  6. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 20: Das Glück und die Bildung

    Bevor die Wissenschaft kommt, versucht es der Verstand auf seine Weise. Er fängt an zu rechnen.

    Er stellt sich die Triebe vor und vergleicht sie. Was bringt mir dieser Trieb, was kostet mich jener? Welche Mittel brauche ich? Welche Folgen hat es? Und über allem steht eine Frage: Was dient meinem Glück im Ganzen?

    Dieses Glück im Ganzen nennen wir Glückseligkeit. Sie ist mehr als ein schöner Augenblick. Wer an sein Glück im Ganzen denkt, verzichtet auch einmal. Er gibt nicht alles Geld auf einmal aus. Er schluckt den Ärger herunter, weil ihm die Freundschaft wichtiger ist.

    Darin zeigt sich schon eine Macht des Denkens über die Triebe. Der Trieb will alles, und zwar sofort. Das Denken sagt: Warte, sieh auf das Ganze. So verlieren die Triebe ihr Rohes und Wildes. Das Denken reinigt sie, wenn auch nur von außen, von ihrer Roheit und Barbarei.

    Diese Arbeit des Denkens hat einen Namen: Bildung. Wer gebildet ist, hängt nicht am Nächstbesten. Er sieht über den Augenblick hinaus auf das Allgemeine. Darin liegt der unbedingte Wert der Bildung.

    Aber das Glück hat einen Haken. Worin besteht es eigentlich? Jeder sagt etwas anderes. Der eine findet es in der Ruhe, der andere im Abenteuer. Am Ende läuft es wieder auf Genuss hinaus, also auf die Triebe. Das Glück sieht allgemein aus. Doch sein Inhalt bleibt die Sache jedes Einzelnen. Form und Inhalt passen noch nicht zusammen.

    Zusammenfassung: Wer nach Glück im Ganzen strebt, zähmt schon seine Triebe. Das ist die Leistung der Bildung, und sie ist viel wert. Aber was Glück ist, bestimmt am Ende jeder für sich. Der Wille braucht einen Inhalt, der selbst allgemein ist.

  7. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Leistung der formellen Allgemeinheit — die vergleichende Reflexion bringt an den Stoff der Triebe eine Allgemeinheit, die ihm äußerlich bleibt: Glückseligkeit und Bildung.

    Bevor der Wille dazu kommt, sich selbst zum Inhalt zu haben, gibt es eine Zwischenstufe: das Denken tritt an die Triebe heran, vergleicht sie untereinander, rechnet Mittel und Folgen gegeneinander und fasst alle Befriedigungen in einer Vorstellung zusammen, der Glückseligkeit. Die Allgemeinheit, die dabei entsteht, ist formell, weil sie von außen an einen Stoff herangetragen wird, den sie nicht hervorgebracht hat, und weil sie ihn deshalb auch nur auf äußerliche Weise von Roheit befreit. Hegel nennt dies gleichwohl den absoluten Wert der Bildung: eben dieses Hervortreiben der Allgemeinheit des Denkens am unmittelbaren Stoff ist es, was Bildung heißt (§ 187).

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