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Der endliche Wille, als nur nach der Seite der Form sich in sich reflektierendes und bei sich selbst seiendes unendliches Ich (§ 5), steht über dem Inhalt, den unterschiedenen Trieben, sowie über den weiteren einzelnen Arten ihrer Verwirklichung und Befriedigung, wie es zugleich, als nur formell unendliches, an diesen Inhalt, als die Bestimmungen seiner Natur und seiner äußeren Wirklichkeit, jedoch als unbestimmtes nicht an diesen oder jenen Inhalt, gebunden ist (§ 6, 11). Derselbe ist insofern für die Reflexion des Ich in sich nur ein Möglicher, als der meinige zu sein oder auch nicht, und Ich die Möglichkeit, mich zu diesem oder einem andern zu |25| bestimmen , – unter diesen für dasselbe nach dieser Seite äußeren Bestimmungen zu wählen.

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Kommentare

6 Kommentare zu „14“

  1. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1817)
    Hegel (Enzyklopädie 1817)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), § 395:

    § 395. Das Interesse ist aber hier noch nicht als die nur formelle Thätigkeit oder reine Subjectivität, sondern hat als Trieb oder Neigung einen vom unmittelbaren Willen bestimmten Inhalt. Die Dialektik dieses mannichfaltigen besondern Inhalts ist aber die einfache Subjectivität des Willens selbst, der den Widerspruch der Triebe zunächst als reflectirender Wille in die formelle Allgemeinheit erhebt, und sich 3) die Glückseligkeit zum Zwecke macht.

  2. Avatar von Hegel (Notizen)
    Hegel (Notizen)

    [zu § 14]
    Tätigkeit und Weise der Tätigkeit Eins – nicht Magnetismus oder Trieb eines wilden Tiers.
    Kann sich nicht in abs[oluter] Unmittelbarkeit der Form und des Inhalts halten – sondern Trennung.
    Inhalt abhängig – ist nur vermittels des Willens mein Inhalt.
    Formelle Vermittlung liegt sogleich im Willen. Der Inhalt ist der Meinige, weil ich ihn will, – Näheres, was in diesem, Wollen liegt – Nicht 2 Besondere in dieser Trennung; das eine ist das Allgemeine, Ich – das andere das Besondere –
    1. Allgemeinheit, Ich – 2. Besonderheit, Bestimmtheit.
    Weg des Hinausgehens – zunächst nur Beziehung auf die Allgemeinheit.

  3. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1827)
    Hegel (Enzyklopädie 1827)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 477:

    § 477. Das Interesse und der Trieb oder Neigung haben einen vom Willen bestimmten, besondern Inhalt. Die einfache Subjectivität des Willens steht zugleich über diesem seinem mannichfaltigen Inhalt und dem Widerspruch der Triebe. Sie ist so als denkender, und indem das Denken nur jenen mannichfaltigen Inhalt vor sich hat, als reflectirender Wille, und damit als Willkühr bestimmt. Indem diese gegen die beschränkte Besonderheit der Triebe deren Allgemeinheit sich zum Zwecke macht, ist sie der Trieb nach Glückseligkeit.

  4. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1830)
    Hegel (Enzyklopädie 1830)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 476:

    § 476. Der Wille als denkend und an sich frei unterscheidet sich selbst von der Besonderheit der Triebe und stellt sich als einfache Subjektivität des Denkens über deren mannigfaltigen Inhalt; so ist er reflektierender Wille.

  5. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 14: Die Wahl

    Wo steht der Wille jetzt gegenüber seinen Trieben?

    Er steht über ihnen. Kein einzelner Trieb kann ihn zwingen. Ob ich esse oder schlafe, ob ich arbeite oder spazieren gehe, ob ich dieses Brot nehme oder jenes: Das liegt bei mir.

    Aber der Wille steht nur in einer Hinsicht darüber. Denn er braucht ja einen Inhalt. Und diesen Inhalt nimmt er aus seiner Natur und aus der Welt um ihn herum. An Triebe überhaupt bleibt er gebunden. Nur nicht an diesen oder jenen.

    Für den Willen ist deshalb jeder Inhalt bloß möglich. Er kann meiner werden oder auch nicht. Und ich bin die Möglichkeit, mich für dies oder für jenes zu bestimmen.

    Das heißt: Ich wähle.

    Aber schauen Sie genau hin, woraus ich wähle. Ich wähle aus Dingen, die mir gegeben sind. Ich habe sie nicht selbst hervorgebracht. Ich suche mir nur etwas aus.

    Zusammenfassung: Der Wille steht über jedem einzelnen Trieb und kann zwischen ihnen wählen. Aber er wählt nur unter dem, was ihm gegeben ist.

  6. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Doppelstellung des endlichen Willens — als in sich reflektiertes unendliches Ich steht er über dem Inhalt, als nur formell unendliches ist er zugleich an ihn gebunden; daraus die Wahl.

    Zwei Bestimmungen des endlichen Willens werden hier zusammengehalten, die einander zu widersprechen scheinen, und genau darin liegt der Zug. Weil der Wille von jedem Inhalt abstrahieren kann (§ 5), steht er über allen Trieben; weil er aber selbst keinen Inhalt hervorbringt (§ 11), ist er auf das angewiesen, was Natur und Umstände ihm anbieten. Aus beidem zusammen entsteht die Wahl: jeder einzelne Inhalt ist für den Willen nur ein möglicher, den er annehmen oder fallenlassen kann, aber dass er überhaupt aus Vorgefundenem wählen muss, steht nicht in seiner Macht. Die Unendlichkeit, die er hier hat, ist deshalb eine bloß formelle — sie betrifft nur sein Verhältnis zum Inhalt, nicht diesen selbst.

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