[S. 202]
|202| Aufhebens der Entzweiung, ist es an dem Bewußtsein, daß die Tätigkeit erscheint. Auf diese Seite fällt dann die Form der Freiheit, die Subjektivität als solche, und ist das Selbstbewußtsein in seiner Bewegung zu betrachten. Dies ist die Erscheinung als Kultus.
C. Der Kultus
Die Abscheidung des Subjekts und Objekts hat erst im Willen ihre wirkliche Erscheinung. Im Willen bin ich ein Wirklicher und frei für mich und setze mich so dem Gegenstand als einem anderen gegenüber, um ihn mir aus dieser Trennung heraus zu assimilieren. Im Theoretischen ist noch diese unmittelbare Einheit, unmittelbares Wissen vorhanden; im Kultus aber stehe ich auf der einen und Gott auf der andern Seite, und die Bestimmung ist nun, mich in Gott und Gott in mich zusammenzuschließen und diese konkrete Einheit hervorzubringen. Oder bezeichnen wir jene erste, die theoretische Einheit als die Weise der Vorstellung des Seienden, Objektiven, so macht nun der Kultus gegen das feste Verhältnis, das als vorstellendes Bewußtsein von Gott als an und für sich seiendem theoretisch ist, insofern das praktische Verhältnis aus, als er den Gegensatz des Subjekts zum Gegenstand hat und insofern die Entzweiung mit dem Gegenstand aufhebt, welche erscheinen kann als in dem ersten Verhalten seiend. Hier ist nun zu betrachten die Seite der Freiheit, der Subjektivität, gegen die erste Seite, welche die des Seins ist. Wir können so sagen: das Erste ist Gott in seinem Sein, das Zweite das Subjekt in seinem subjektiven Sein. Gott ist, ist da, d. h. hat Beziehung auf das Bewußtsein. So ist der Kultus selbst zunächst theoretisch, insofern er selbst, nach Aufhebung des Gegensatzes, die Vorstellung ebenso läßt. Gott ist bestimmt und so noch nicht der wahre Gott; insofern er nicht mehr bestimmt und beschränkt ist in
