Vorlesungen über die Philosophie der Religion: Der Begriff der Religion

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|122| so vergleichen nach dem, was wir von ihnen wissen, so wissen wir von ihnen auch dies: sie sind und sind ein Anderes als wir, sind für sich; sie sind dann ein Allgemeines oder auch nicht, sie sind ein Allgemeines und zugleich Besonderes, haben irgendeinen bestimmten Inhalt. Die Wand ist, ist ein Ding; Ding ist ein Allgemeines, und so viel weiß ich auch von Gott. Wir wissen von anderen Dingen weit mehr; abstrahieren wir aber von allen Bestimmtheiten derselben, sagen wir, wie eben, von der Wand nur: „sie ist“, so wissen wir von ihr ebensoviel als von Gott. So hat man denn Gott abstrakt ens genannt. Aber dies ens ist das Leerste, wogegen sich die übrigen entia weit erfüllter zeigen.

Wir haben gesagt: Gott ist im unmittelbaren Wissen. Wir sind auch; dem Ich kommt auch diese Unmittelbarkeit des Seins zu. Alle anderen, konkreten, empirischen Dinge sind auch, sind identisch mit sich; dies ist abstrakt ihr Sein als Sein. Dies Sein ist gemeinschaftlich mit mir; aber der Gegenstand meines Wissens ist so beschaffen, daß ich auch sein Sein von ihm abziehen kann. Ich stelle mir ihn vor, glaube an ihn; aber dies Geglaubte ist ein Sein nur in meinem Bewußtsein. Es treten somit die Allgemeinheit und diese Bestimmung der Unmittelbarkeit auseinander und müssen es. Diese Reflexion muß eintreten, denn wir sind zwei und müssen unterschieden sein, sonst wären wir eins; d. h. es muß dem einen eine Bestimmung beigelegt werden, die dem anderen nicht zukommt. Eine solche Bestimmung ist das Sein. Ich bin; das Andere, der Gegenstand, ist deshalb nicht. Das Sein nehme ich auf mich, auf meine Seite; an meiner Existenz zweifle ich nicht, sie fällt bei dem Anderen deshalb weg. Indem das Sein nur das Sein des Gegenstandes ist, so daß der Gegenstand nur dies gewußte Sein ist, fehlt ihm ein Sein an und für sich, und er erhält es erst im Bewußtsein; es ist nur als gewußtes Sein gewußt, nicht als an und für sich selbst seiendes. Nur das Ich ist, der Gegenstand nicht. Ich kann wohl an allem zweifeln, aber am Sein meiner selbst nicht, denn Ich ist das Zweifelnde, der Zweifel

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