Vorrede – Hegel (einfach)

[18. Absatz]

Am Anfang hat Hegel gesagt: In der Wissenschaft gehören Inhalt und Form zusammen. Jetzt sieht man, was das genauer heißt. Die Form ist das begreifende Denken. Der Inhalt ist die Vernunft, die in der Welt steckt, in der Natur wie im Zusammenleben. Wo beide sich wiedererkennen, da ist die Idee.

Dann lobt Hegel einen Eigensinn. Der Mensch will nichts anerkennen, was er nicht mit seinem Denken rechtfertigen kann. Dieser Eigensinn macht ihm Ehre. Er ist das Kennzeichen der neueren Zeit und der Grundsatz des Protestantismus. Luther hat damit im Glauben und im Gefühl angefangen. Der reifere Geist will dasselbe nun mit dem Begriff erfassen.

Es gibt ein bekanntes Wort: Eine halbe Philosophie führt von Gott weg, die wahre führt zu Gott hin. Mit dem Staat ist es genauso. Die Vernunft gibt sich nicht mit einer halben Annäherung zufrieden. Die ist weder kalt noch warm, und so etwas wird, wie es in der Bibel heißt, ausgespuckt.

Sie gibt sich aber auch nicht mit kalter Verzweiflung zufrieden. Die sagt: In dieser Welt geht es schlecht oder mittelmäßig zu, Besseres gibt es nicht, also halten wir eben Frieden. Die Erkenntnis bringt einen wärmeren Frieden mit der Wirklichkeit.

Zusammenfassung: Der Mensch darf alles mit dem Denken prüfen, und er soll es. Wer das ganz tut, findet keine Verzweiflung, sondern einen warmen Frieden mit der Welt.

Hegels Text: Vorrede, Absatz 18 →

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