Eine Empirie würde gegen solche Theorie und Philosophie mit dem größten Rechte sich behaupten, und die Menge der Grundsätze, Zwecke, Gesetze, Pflichten, Rechte, als etwas nicht absolutes, sondern als Unterscheidungen, die für die Bildung, durch die ihr ihre eigene Anschauung klarer wird, wichtig sind, – betrachten, wenn sie selbst rein wäre und bliebe. Aber wenn die Empirie mit der Theorie in den Kampf zu treten scheint, so zeigt sich gewöhnlich, daß die eine wie die andere eine durch reflectiren schon vorher verunreinigte und aufgehobene Anschauung und verkehrte Vernunft und was sich für Empirie ausgibt, nur das schwächere in der Abstraction und dasjenige ist, was mit weniger Selbstthätigkeit seine Beschränktheiten nicht selbst herausgenommen, unterschieden und fixirt hat, sondern in solchen, welche in der allgemeinen Bildung fest geworden, als gesunder Menschenverstand vorhanden sind, und darum unmittelbar aus der Erfahrung aufgenommen zu seyn scheinen, befangen ist. Zwischen solcher festgewordenen Verkehrtheit der Anschauung, und den jetzt erst fixirten Abstractionen ist das Bild des Streits nothwendig eben so buntschäckig als sie selbst sind; jede gebraucht gegen die andere bald eine Abstraction, bald eine sogenannte Erfahrung, und es ist auf beyden Seiten Empirie, die sich an Empirie, und Beschränktheit, welche sich an Beschränktheit zerschlägt, bald ein Großthun mit Grundsätzen und Gesetzen gegen die Philosophie, und Ausschließung derselben als einer incompetenten Richterin über solche absolute Wahrheiten, in die sich der Verstand festgerennt hat, bald ein Mißbrauch derselben für das Räsonnement und eine Berufung auf dieselbe.
Dieses relative Recht, welches der Empirie, wenn die Anschauung in ihr das herrschende ist, gegen die Vermischung des empirischen und reflectirten eingeräumt worden, bezieht sich erinnertermaßen auf das bewußtlose innere derselben, aber die Mitte zwischen beydem, jenem innern, und ihrem äußern, das Bewußtseyn ist die Seite, nach welcher hin ihr Mangel und darum ihre Einseitigkeit liegt; und ihr Hintreiben gegen das wissenschaftliche und die unvollständige Verknüpfung und bloße Berührung mit dem Begriff, durch welchen sie sich auf diese Weise nur verunreinigt, stammt aus der Nothwendigkeit, daß die Vielheit und Endlichkeit sich in die Unendlichkeit oder in die Allgemeinheit absolut versenke.
Die Seite der Unendlichkeit aber ist es, was das Princip der dem empirischen sich entgegensetzenden Apriorität ausmacht, zu dessen Betrachtung wir jetzt übergehen.

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