strafende vernünftig und frey gehandelt hat. In dieser ihrer Bestimmung ist also die Strafe etwas an sich, wahrhaftig unendlich und etwas absolutes, das hiemit seine Achtung und Furcht in sich selbst hat, sie kommt aus der Freyheit, und bleibt selbst als bezwingend in der Freyheit. Wenn hingegen die Strafe als Zwang vorgestellt wird, so ist sie bloß als eine Bestimmtheit und als etwas schlechthin endliches, keine Vernünftigkeit in sich führendes gesetzt, und fällt ganz unter den gemeinen Begriff eines bestimmten Dinges, gegen ein anderes, oder einer Waare, für die etwas anderes, nemlich das Verbrechen, zu erkaufen ist, der Staat hält als richterliche Gewalt einen Markt mit Bestimmtheiten, die Verbrechen heißen und die ihm gegen andere Bestimmtheiten feil sind, und das Gesetzbuch ist der Preißcourant.
Aber so nichtig diese Abstractionen und das daraus hervorgehende Verhältniß der Aeußerlichkeit ist, so ist das Moment des negativabsoluten oder der Unendlichkeit, welches in diesem Beyspiel als das Verhältniß von Verbrechen und Strafe bestimmend bezeichnet ist, Moment des Absoluten selbst, und muß in der absoluten Sittlichkeit aufgezeigt werden, und wir werden das Vielgewandte der absoluten Form oder der Unendlichkeit in seinen nothwendigen Momenten ergreifen, und aufzeigen, wie sie die Gestalt der absoluten Sittlichkeit bestimmen, woraus der wahre Begriff und das Verhältniß der praktischen Wissenschaften sich ergeben wird. Da es hier zunächst auf die Bestimmung dieser hierin enthaltenen Verhältnisse ankommt, und also die Seite der Unendlichkeit heraus gehoben werden muß, so setzen wir das positive voraus, daß die absolute sittliche Totalität nichts anderes als ein Volk ist; was sich auch schon an dem negativen, das wir hier betrachten, in den folgenden Momenten desselben klar machen wird. – In der absoluten Sittlichkeit ist nun die Unendlichkeit oder die Form als das absolut negative nichts anders als das vorhin begriffene Bezwingen selbst in seinen absoluten Begriff aufgenommen, worin es sich nicht auf einzelne Bestimmtheiten bezieht, sondern auf die ganze Wirklichkeit und Möglichkeit derselben, nemlich das Leben selbst, also die Materie der unendlichen Form gleich ist; aber so, daß das positive derselben das absolut sittliche, nemlich das Angehören einem Volke ist; das Einsseyn mit welchem der Einzelne im negativen, durch die Gefahr des Todes allein auf eine unzweydeutige Art erweist. Durch die absolute Identität des unendlichen oder der Seite des Verhältnisses mit dem positiven gestalten sich die sittlichen Totalitäten, wie die Völker sind, constituiren sich als Individuen, und stellen sich hiemit als einzeln gegen einzelne Völker; diese Stellung und Individualität ist die Seite der Realität, ohne diese gedacht sind sie Gedankendinge; es wäre die Abstraction des Wesens ohne die absolute Form, welches Wesen eben dadurch wesenlos wäre. Diese Beziehung von Individualität zu Individualität ist ein Verhältniß, und darum eine gedoppelte; die eine die positive, das ruhige gleiche

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