wird, nemlich der Zwang und die sinnliche Triebfeder, durch die er gesetzt seyn soll als etwas äußerliches, gar keine Bedeutung hat, ohne das entgegengesetzte innere, oder die Freyheit, und daß diese schlechterdings von dem Zwang nicht abzutrennen ist. Die Handlung, welche ein Verbrechen ist, von der Seite angesehen, daß dadurch, der angedrohten Strafe und der sinnlichen Triebfeder, welche das Gesetz durch diese Drohung aufstellt, zuwider, etwas bestimmtes gewollt wird, so heißt dieß bestimmte, etwas sinnliches, und man wird sagen, daß es ein sinnlicher Reitz sey, von dem das Verbrechen abstamme; aber von der Seite, daß die Handlung ein Wollen ist, und die Möglichkeit in ihr, von der sinnlichen Triebfeder des Gesetzes zu abstrahiren, so erscheint sie als frey; und keine Ansicht, weder jene Bestimmtheit, noch diese Möglichkeit kann weggelassen werden, sondern eins ist schlechthin an das andere geknüpft, und damit kann unmittelbar jedes aus seinem Gegentheil hergeleitet werden. Aber die Logik des Meynens meynt, wenn eine Bestimmtheit, ein entgegengesetztes gesetzt sey, daß von der andern, entgegengesetzten Bestimmtheit wirklich abstrahirt und derselben entbehrt werden könne; so wie auch jene Logik, vermöge der Art ihres Grundsatzes des Widerspruches, gar nicht begreiffen kann, daß in solchen Bestimmtheiten das Gegentheil einer jeden ganz gleichgültig für die Bestimmung der Anschauung, und in diesem Abstrahiren und negativen Wesen das Gegentheil seinem Gegentheil völlig gleich ist; noch weniger daß beyde zusammen, wie die Freyheit, welche der Sinnlichkeit gegenüber ist, und die Sinnlichkeit und der Zwang, schlechthin nichts reelles, sondern bloße Gedankendinge und Wesen der Einbildung sind.
Insofern also eine Rechtswissenschaft dadurch positiv ist, daß sie sich an das Meynen und wesenlose Abstractionen hält, so hat ihre Berufung auf die Erfahrung oder auf ihre Bestimmung der Anwendbarkeit auf die Wirklichkeit, oder auf den gesunden Menschenverstand und allgemeine Vorstellungsart, oder gar Berufung auf Philosophie nicht den mindesten Sinn.
Wenn wir nun den Grund näher betrachten, wodurch die Wissenschaft auf die angezeigte Weise positiv wird, und überhaupt den Grund des Scheins und des Meynens erwägen, so ergibt sich, daß er in der Form liegt; indem nemlich dasjenige, was ideell, ein entgegengesetztes, einseitiges ist, und allein in der absoluten Identität mit dem entgegengesetzten Realität hat, isolirt, für sich seyend gesetzt, und als etwas reelles ausgesprochen wird. Diese Form ist es, wodurch die Anschauung unmittelbar aufgehoben, und das Ganze aufgelöst, aufhört ein Ganzes und etwas reelles zu seyn; dieser Unterschied des positiven und nicht positiven geht also nicht auf den Innhalt. Es ist durch diese Form möglich, daß nicht nur, wie im oben angezeigten, eine rein formelle Abstraction fixirt und als eine Wahrheit und Realität fälschlicherweise

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