reinen Begriff, oder weil dieser, insofern er als negirend das Viele, d. h. als praktisch gesetzt wird, die Pflicht ist, was über den reinen Begriff der Pflicht und die Abstraction eines Gesetzes hinausgeht, nicht mehr dieser reinen Vernunft angehört; wie Kant, derjenige, der diese Abstraction des Begriffs in ihrer absoluten Reinheit dargestellt hat, sehr gut erkennt, daß der praktischen Vernunft aller Stoff des Gesetzes abgehe, und daß sie nichts mehr als die Form der Tauglichkeit der Maxime der Willkühr zum obersten Gesetze machen könne. Die Maxime der Willkühr hat einen Innhalt, und schließt eine Bestimmtheit in sich; der reine Wille dagegen ist frey von Bestimmtheiten; das absolute Gesetz der praktischen Vernunft ist, jene Bestimmtheit in die Form der reinen Einheit zu erheben, und der Ausdruck dieser in die Form aufgenommenen Bestimmtheit ist das Gesetz. Ist es möglich, daß die Bestimmtheit in die Form des reinen Begriffs aufgenommen wird, hebt sie sich durch diese Form nicht auf, so ist sie gerechtfertigt, und ist durch die negative Absolutheit selbst absolut geworden, Gesetz, und Recht, oder Pflicht. Aber die Materie der Maxime bleibt, was sie ist, eine Bestimmtheit oder Einzelheit; und die Allgemeinheit, welche ihr die Aufnahme in die Form ertheilt, ist also eine schlechthin analytische Einheit; und wenn die ihr ertheilte Einheit rein als das, was sie ist, in einem Satze, ausgesprochen wird, so ist der Satz ein analytischer und eine Tavtologie. Und in der Production von Tavtologien besteht nach der Wahrheit das erhabene Vermögen der Avtonomie der Gesetzgebung der reinen praktischen Vernunft; die reine Identität des Verstandes, im theoretischen als der Satz des Widerspruchs ausgedrückt, bleibt auf die praktische Form gekehrt, ebendasselbe. Wenn die Frage: was ist Wahrheit, an die Logik gemacht, und von ihr beantwortet, Kanten den belachenswerthen Anblick gibt, daß einer den Bock melkt, der andere ein Sieb unterhält, so ist die Frage: was ist Recht und Pflicht, an jene reine praktische Vernunft gemacht, und von ihr beantwortet in demselben Falle. Wenn Kant erkennt, daß ein allgemeines Criterium der Wahrheit dasjenige seyn würde, welches von allen Erkenntnissen ohne Unterschied ihrer Gegenstände gültig wäre; daß es aber klar sey, daß, da man bey demselben von allem Innhalt der Erkenntniß abstrahirt, und Wahrheit gerade diesen Innhalt angeht, es ganz unmöglich und ungereimt sey, nach einem Merkmale der Wahrheit dieses Innhalts der Erkenntnisse, indem das Merkmal den Innhalt der Erkenntnisse zugleich nicht angehen soll, zu fragen, so spricht er eben damit das Urtheil über das Princip der Pflicht und des Rechts, das durch die praktische Vernunft aufgestellt wird. Denn sie ist die absolute Abstraction von aller Materie des Willens, durch einen Innhalt wird eine Heteronomie der Willkühr gesetzt; nun ist es aber gerade das Interesse zu wissen, was denn Recht und Pflicht sey; es wird nach dem Innhalt des Sittengesetzes gefragt, und es ist allein um diesen Innhalt zu thun; aber das Wesen des reinen

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