oder nicht, so ist in keinem Falle ihr Aufheben möglich. Aber eine nach dem Princip, weil sie sich widerspricht, unmoralische Maxime ist, da sie die Aufhebung einer Bestimmtheit ausdrückt, absolut vernünftig, und also absolut moralisch; denn das Vernünftige ist von seiner negativen Seite die Indifferenz der Bestimmtheiten, das Aufgehobenseyn des Bedingten. So drückt die Bestimmtheit, den Armen zu helfen, aus die Aufhebung der Bestimmtheit, welche Armuth ist; die Maxime, deren Innhalt jene Bestimmtheit ist, geprüft durch Erhebung derselben zum Princip einer allgemeinen Gesetzgebung, wird sich als falsch erweisen, denn sie vernichtet sich selbst. Wird es gedacht, daß den Armen allgemein geholfen werde, so gibt es entweder gar keine Armen mehr; oder lauter Arme, und da bleiben keine, die helfen können; und so fiele in beyden Fällen die Hülfe weg; die Maxime also als allgemein gedacht hebt sich selbst auf; sollte aber die Bestimmtheit, welche die Bedingung des Aufhebens ist, nemlich die Armuth bleiben, so bleibt die Möglichkeit der Hülfe; aber als Möglichkeit, nicht als Wirklichkeit, wie die Maxime aussagt; wenn Armuth bleiben soll, damit die Pflicht, Armen zu helfen, ausgeübt werden könne, so wird durch jenes Bestehenlassen der Armuth unmittelbar die Pflicht nicht erfüllt. So die Maxime, sein Vaterland gegen Feinde mit Ehre zu vertheidigen, und unendliche mehr heben sich als Princip einer allgemeinen Gesetzgebung gedacht auf; denn jene z. B. so erweitert, hebt sowohl die Bestimmtheit eines Vaterlandes, als der Feinde, und der Vertheidigung auf.
So wenig die Einheit die reine negative Bedeutung des bloßen Aufhebens der Bestimmtheiten hat, eben so wenig ist sie die wahrhafte Einheit der Anschauung, oder die positive Indifferenz der Bestimmtheiten; und die Vergleichung mit dieser wird das verkehrte Wesen jener Einheit von einer andern Seite klarer machen. Jene Einheit der praktischen Vernunft nemlich ist wesentlich mit einer Differenz afficirt, es sey, daß sie als das fixiren einer Bestimmtheit gesetzt wird, so sind durch diese unmittelbar andere ausgeschlossen, negativ gesetzt; oder als analytischer Satz, so widerspricht die Identität desselben, diese seine Form seinem Innhalt. Was auch so gefaßt werden kann, er widerspricht als Satz mit seinem Innhalt der Anforderung an den Satz, ein Urtheil zu seyn; es sollte etwas mit dem Satze gesagt seyn, aber mit dem identischen Satz ist nichts gesagt, denn er ist kein Urtheil, weil das Verhältniß des Subjects zum Prädicat blos formell, und gar keine Differenz derselben gesetzt ist. Oder die Einheit werde als Allgemeinheit genommen, so hat sie vollends ganz auf eine empirische Mannichfaltigkeit Beziehung, und die Bestimmtheit wird als gegenwärtige einer unendlichen Menge empirisch anderer entgegengesetzt. Die Einheit der Anschauung hingegen ist die Indifferenz der Bestimmtheiten, welche ein Ganzes ausmachen, nicht ein Fixiren derselben als abgesonderter und entgegengesetzter,

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