gezwungen werden und sich zwingen. Allein wenn auf diese Weise Action und Reaction, Stand und Widerstand gleich stark sind, so reducirt sich die beyderseitige Gewalt aufs Gleichgewicht, es ist hiemit alle Thätigkeit, Willensäußerung und Handeln aufgehoben; die Reduction werde positiv oder negativ gedacht, daß die Action und Reaction als seyend, wirkend, oder daß sie negativ gesetzt und das Gleichgewicht dadurch ist, daß so wenig ein Agiren als ein Reagiren vorhanden sey. Diesem Tode dadurch aufhelfen wollen, daß das unmittelbare Gegenüberstehen in einen Kreis von Wirkungen ausgedehnt, und so scheinbar die Mitte der Berührung und der Punkt, worinn die Reduction der entgegengesetzten erscheint, durch das täuschende Leerlassen dieser Mitte aufgehoben werde, ist eben so wenig eine wahre Auskunft. Gegen die von der obersten Gewalt durch ihre Verzweigungen niedersteigende Hierarchie des Zwangs bis zu allen Einzelheiten soll von diesen wieder eine eben solche Pyramide in die Höhe sich zu einer obersten Spitze des Gegendrucks gegen die niedersteigende empor heben, und sich so das Ganze in einem Kreise krümmen, worin die Unmittelbarkeit der Berührung verschwände, die Kräfte, insofern sie Masse machen, auseinander gehalten, und durch Zwischenglieder jene künstliche Differenz hervorgebracht würde, und so kein Glied unmittelbar auf dasjenige, von welchem es bewegt wird, rückwirken, (als wodurch die Reduction aufs Gleichgewicht entsteht) sondern immer auf ein anderes, als das ist, von dem es bewegt wird, daß so das erste das letzte und dieses letzte wieder jenes erste bewegte. Aber ein solches perpetuum mobile, dessen Theile in der Reihe herum sich alle bewegen sollen, setzt sich, statt sich zu bewegen, sogleich in vollkommenes Gleichgewicht, und wird ein vollkommenes perpetuum quietum, denn Druck und Gegendruck, zwingen und gezwungen werden, ist sich vollkommen gleich, und stehen sich eben so unmittelbar gegenüber und bewirken eben die Reduction der Kräfte, wie in der ersten Vorstellung; die reine Quantität läßt sich durch eine solche Mittelbarkeit nicht täuschen, durch welche in sie durchaus keine Differenz oder wahre Unendlichkeit und Form gebracht ist, sondern sie bleibt wie vorhin eine völlig unzertrennte reine gestaltlose Macht. Es ist auf diese Weise gegen die Macht, daß sie dem Begriffe der allgemeinen Freyheit gemäß sey, kein Zwang möglich, denn es ist außer ihr keine Gewalt aufzufinden, und in sie selbst keine Trennung zu setzen.
Um deßwillen wird denn zu einer ganz formellen Unterscheidung geflüchtet; die wirkliche Gewalt wird allerdings als Eine und in der Regierung vereinigt gesetzt; was aber ihr gegenüber gestellt wird, ist die mögliche Gewalt und diese Möglichkeit soll als solche jene Wirklichkeit zu zwingen vermögend seyn. Dieser zweyten gewaltlosen Existenz des gemeinsamen Willens soll nemlich die Beurtheilung zukommen, ob die Gewalt den erstem, welchem sie verbunden ist, verlassen, ob die

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