Es ist dieß nichts anders als die Aufführung der Tragödie im sittlichen, welche das Absolute ewig mit sich selbst spielt, daß es sich ewig in die Objectivität gebiert, in dieser seiner Gestalt hiemit sich dem Leiden und dem Tode übergibt, und sich aus seiner Asche in die Herrlichkeit erhebt. Das Göttliche in seiner Gestalt und Objectivität hat unmittelbar eine gedoppelte Natur, und sein Leben ist das absolute Einsseyn dieser Naturen; aber die Bewegung des absoluten Widerstreites dieser zwey Naturen stellt sich an der göttlichen, welche darin sich begriffen hat, als Tapferkeit dar, mit welcher sie von dem Tode der andern widerstreitenden sich befreyt, jedoch durch diese Befreyung ihr eignes Leben gibt, denn dieses ist nur in dem Verbundenseyn mit diesem andern, aber eben so absolut aus ihm aufersteht, denn in diesem Tode, als der Aufopferung der zweyten Natur, ist der Tod bezwungen; – an der andern erscheinend aber stellt sich die göttliche Bewegung so dar, daß die reine Abstraction dieser Natur, welche eine bloß unterirdische, reine negative Macht wäre, durch die lebendige Vereinigung mit der göttlichen aufgehoben ist, daß diese in sie hineinscheint und sie durch dieß ideelle Einsseyn im Geist zu ihrem ausgesöhnten lebendigen Leibe macht, der als der Leib zugleich in der Differenz und in der Vergänglichkeit bleibt, und durch den Geist das göttliche, als ein sich fremdes anschaut. –
Das Bild dieses Trauerspiels näher für das sittliche bestimmt, ist der Ausgang jenes Processes der Eumeniden, als der Mächte des Rechts, das in der Differenz ist, und Apollo’s, des Gottes des indifferenten Lichtes, über Orest, vor der sittlichen Organisation, dem Volke Athens; welches menschlicher Weise als Areopagus Athens in die Urne beyder Mächte gleiche Stimmen legt, das Nebeneinanderbestehen beyder anerkennt, allein so den Streit nicht schlichtet, und keine Beziehung und Verhältniß derselben bestimmt; aber göttlicher Weise als die Athene Athens, den durch den Gott selbst in die Differenz verwickelten diesem ganz wiedergibt, und mit der Scheidung der Mächte, die an dem Verbrecher beyde Theil hatten, auch die Versöhnung so vornimmt, daß die Eumeniden von diesem Volke als göttliche Mächte geehrt würden, und ihren Sitz jetzt in der Stadt hätten, so daß ihre wilde Natur des Anschauens der ihrem unten in der Stadt errichteten Altare gegenüber auf der Burg hoch thronenden Athene genösse, und hiedurch beruhigt wäre.

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