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|219| einst kommen möge, in welchem alle vernünftige Wesen das Gesez allein zur Regel ihrer Handlungen machen – dieser Idee werden alle Neigungen, selbst das Schreien der Natur nach und nach unterworfen – Im Gefühl unsrer Unvollkommenheit gegen deinen heiligen Willen, wie sollten wir uns zu strengen, oder gar rachsüchtigen Richtern unsrer Brüder aufwerfen? wir wollen vielmehr nur an uns arbeiten, daß wir unser Herz bessern, die Triebfedern unserer Handlungen veredeln, und unsere Gesinnung vom Bösen immer mehr und mehr reinigen, um dir ähnlicher zu werden, dessen Heiligkeit und Seeligkeit allein unendlich ist –
Ein Kennzeichen eurer Zunahme an moralischer Vollkommenheit habt ihr, diß ist, eure Zunahme an Bruderliebe, und an Geneigtheit zur Verzeihung. Nicht Schäze auf der Erde, die ihr nicht einmal ganz euer eigen nennen könnt, Gold und Silber oder Schönheit, Geschiklichkeit – die der Vergänglichkeit, dem Wechsel der Umstände, sogar dem Rost, und dem Zerfressen von Insekten, oder der Gefahr gestohlen zu werden, ausgesezt sind-nicht solche seyen es, die eure Seele ausfüllen – Sammelet einen unvergänglichen Schaz in euch selbst, einen Reichtum von Moralität, nur einen solchen könnt ihr in vollem Sinne des Worts euer Eigenthum nennen, denn er hängt eurem eigensten Selbst an, – der Zwang der Natur, oder der böse Willen der Menschen, selbst der Tod vermag nichts über ihn – Wie das Auge als Leuchte dem Leib dient, und wenn es gesund ist, ihn in allen seinen Verrichtungen leitet, wenn es aber fehlerhaft ist, der Leib in allem ungeschikt ist – so wenn das Licht der Seele, die Vernunft verdunkelt ist, woher sollte irgend ein Trieb, irgend eine Neigung ihre wahre Richtung erhalten ? So wie man nicht 2 Herren mit gleichem Eifer dienen kan, so ist der Dienst Gottes und der Vernunft mit dem Dienst der Sinne unvereinbar, der eine von beiden schliest den andern aus, oder es entsteht ein unseeliges unmächtiges hin und her Schwanken zwischen beiden – Darum ermahne ich euch, entreist euch doch den ewigen Sorgen, um Essen und Trinken und Kleidung, Bedürfnisse, die den ganzen Kreis des Bestrebens der meisten Menschen ausmachen, die der
