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|231| rein oder unrein ist – Seine Schüler wollten ihn darauf aufmerksam machen, daß die Pharisäer ein Aergerniß an diesen Reden nehmen – Laßet sie sich ärgern, solche Pflanzungen, die von Menschen herrühren, müssen ausgerottet werden, sagte Jesus – es sind Blinde, die Blinden den Weg weisen, und solchen blinden Wegweisern möchte ich das Volk entreissen, sonst fällt dieses mit denen in die Grube, denen es sich anvertraut – Als das Volk sich zerstreut hatte, und Jesus in das Haus zurükgekehrt war, so fragten ihn seine Freunde um Erlaüterung dessen, was er dem Volke von reinen und unreinen Dingen gesagt hatte – Wie ? versezte Jesus, auch ihr seyd noch nicht so weit gekommen, es zu fassen ? Begreift ihr denn nicht, daß was durch [den] Mund des Menschen geht, im Magen und in den Gedärmen verarbeitet, und durch die Abführungswege fortgeschaft wird ? – was aber aus dem Munde geht, Worte – und Handlungen überhaupt, kommen aus dem Gemüth des Menschen, und diese können rein oder unrein, heilig oder unheilig seyn – aus der Seele entspringen doch die bösen Gedanken, die Mordthaten, die Ehebrüche, die Diebstähle, die falsche Zeugnisse, die Schmähungen, Neid, Hochmuth, Schwelgerei, Geiz – diese Laster sind es, die den Menschen entheiligen – nicht das, wenn er etwa die Hände nicht mit Wasser weiht, ehe er sich zu Tische sezt –
[Joh.7.] Zur Zeit des Laubhüttenfestes der Juden redten Jesu seine Verwandten zu, mit ihnen nach Jerusalem zu reisen, um dort auf einem grössern Schauplaz, als in den Galiläischen Städten und Dörfern, sich hören zu lassen, und bekannt zu machen. Er gab ihnen aber zur Antwort, für ihn seye es izt keine schikliche Zeit, sie können nur immer gehen, sie werden von den Menschen nicht gehast, wie er, weil [er] den Juden das Zeugnis gegeben habe, daß ihre Sitten verderbt, und ihre Handlungen böse seien – Erst einige Tage nachdem seine Verwandte aus Galiläa abgereist waren, ging auch Jesus aber ganz in der Stille nach Jerusalem. Dort waren schon Nachfragen nach ihm geschehen, denn man hatte ihn als einen Juden erwartet, das Urtheil des Volks, besonders der Galiläer, fiel verschieden über ihn aus, ein Theil hielt ihn für einen rechtschaffenen Mann, ein anderer Theil sah ihn als einen Verführer an, doch wagten es die Galiläer aus Furcht für den Juden nicht öffentlich von ihm zu sprechen –
