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|246| [cf. Matth. 22.] erlaüterte disen Begrif vom Reiche Gottes durch [das] Bild eines Fürsten, der die Hochzeit seines Sohnes durch ein grosses Mahl feiren wollte, und viele Gäste einlud; am Tage des Festes schikte er seine Diener zu den geladenen, um sie zu bitten, izt zu kommen, das Mahl warte auf sie. Der eine nun lies sich entschuldigen daß er nicht kommen könne, denn er habe Felder gekauft, die er in Augenschein nehmen müsse; ein zweiter, denn er habe die 5 Paar Ochsen, die er erst gekauft habe, zu besichtigen – ein dritter entschuldigte sein Ausbleiben, mit seiner Heurath, die er erst vollzogen habe – andere behandelten sogar die Diener mit Verachtung, sodaß von den eingeladenen Gästen keiner erschien. Der Fürst unwillig darüber, befahl seinen Dienern, da der Aufwand schon gemacht sei, auf die Gassen und Pläze der Stadt zu gehen, und die Armen, Blinden, Lahmen, oder sonst gebrechliche einzuladen – die Diener thaten es, da aber noch Plaz übrig war, schikte der Herr die Diener noch einmal, um auf den Landstrassen und an den Zaünen zu suchen, und was sie fänden herzubringen, damit das Haus voll werde – So verhält es sich auch mit dem Reiche Gottes; vielen sind kleinere Zweke wichtiger, als ihre höhere BeStimmung, viele, in einen grössern Wirkungskreis von der Natur oder dem Glük gesezt, vernachlässigen unverantwortlich die Gelegenheit – viel Gutes wirken zu können – und oft ist Rechtschaffenheit in niedere Hütten verbannt, oder eingeschränkten Talenten überlassen. Auf opfern zu können ist eine Haupteigenschaft eines Bürgers des Reichs des Guten – wem die Verhältnisse als Sohn, oder als Bruder, als Ehmann, als Vater, wem seine Glükseeligkeit, und sein Leben theurer sind – als die Tugend, der ist nicht geschikt dazu, weder der Vollkommenheit entgegen sich selbst durchzuarbeiten, noch andere dahin zu führen. Besonders wer für andre arbeiten will, prüfe seine Kräfte vorher wohl, ob ers hinauszuführen im Stande sei – wie ein Mann, der ein Haus zu bauen anfängt, es aber unvollendet lassen muß, weil er die Kosten des Ganzen vorher nicht berechnete, – den Leuten zum Gespötte wird – oder
