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|267| – wie noch heutigstags bei den Arabern durchs Essen vom gleichem Brod, und Trinken aus demselben Kelche unverbrüchliche Freundschaft gestiftet wird – einem jeden Brod aus, und nach dem Essen lies er ebenso den Kelch umhergehen, und sagte dabei – Wenn ihr so in freundschaftlichem Kraise zusammenspeist, so errinnert euch auch eures alten Freundes und Lehrers, und wie euch das Passah ein Bild des Passah war, das eure Väter in Egypten assen, und das Blut eine Errinnerung des Opferbluts bei dem Bunde, wodurch Moses 2 B. 24,8. einen Bund zwischen Jehova und seinem Volke stiftete, so gedenkt in Zukunft bei dem Brode an seinen Leib, den er aufopferte, und bei dem Becher Weins, an sein vergossenes Blut! behaltet mich in eurem Angedenken, der sein Leben für euch hingab – und mein Andenken, mein Beispiel sei euch ein kräftiges Stärkungsmittel zur Tugend. Ich sehe euch um mich, wie die Schosse eines Weinstoks, die von ihm genährt Früchte trugen, und izt bald, von ihm abgenommen, durch eigne Lebenskraft das Gute zur Reife bringen – Liebt einander, liebt alle Menschen, wie ich euch liebte; daß ich mein Leben zum [Wohle] meiner Freunde hingebe, ist der Beweis meiner Liebe – Ich nenne euch nicht mehr Schüler oder Zöglinge, diese folgen dem Willen ihrer Erzieher, ohne oft den Grund zu wissen, warum sie so handeln müssen, ihr seid zur Selbstständigkeit des Mannes, zur Freiheit eigenes Willens erwachsen, aus eigner Tugendkraft werdet ihr Früchte tragen, wenn schon der Geist der Liebe, die Kraft, die euch und mich begeistert, dieselbe ist.
Wenn man euch verfolgt und mishandelt, so errinnert euch an mein Beispiel, daß es mir und tausenden nicht besser gegangen ist. Würdet ihr euch auf die Seite der herrschenden Laster und Vorurtheile schlagen, so würdet ihr Freunde genug finden, so aber wird man euch hassen, weil ihr Freunde des Guten seid; das Leben eines Rechtschaffenen ist ein beständiger Vorwurf für den Bösen, der diß fühlt, und dadurch erbittert wird, und wenn ihm kein Vorwand übrig bleibt, den Guten, vorurtheilfreien Mann zu verfolgen, so wird er die Sache der Vorurtheile, der Unterdrükkung und des Lasters zur Sache Gottes machen, und sich und die Menschen überreden, er thue mit dem Haß des Guten der Gottheit einen Dienst. Aber der Geist der Tugend wird, wie ein Strahl aus bessern Welten, euch beseelen, und euch
