Das Leben Jesu (1795)

[S. 238]

|238| einem Fleken das nöthige vorzubereiten – Weil aber die Samariter ihren Entschluß, sahen, auf das Passahfest nach Jerusalem zu reisen, so wollten sie ihnen keine Gastfreundschaft erweisen – oder verweigerten ihnen gar die Durchreise – Einige Begleiter Jesu hatten den Einfall, den Himmel bitten zu wollen, mit seinen Blizen diesen Fleken zu verzehren – Jesus wandte sich unwillig gegen sie, ist diß der Geist, der euch beseelt, der Geist der Rache ? der wenn ihm die Kräfte der Natur zu Gebote ständen, sie anwendete, eine unfreundliche Begegnung mit Zerstörung zu ahnden! Zum Reiche des Guten aufzubauen, nicht zu zerstören sei euer Ziel! – Sie begaben sich sodann wieder zurük

[Luc. 9,57.] Auf dem Wege bot sich ein Gesezgelehrter zu einem beständigen Begleiter Jesu an – Jesus sagte ihm: aber bedenke, daß die Füchse Höhlen, und die Vögel – Nester haben, ich aber kan keine Stelle mein eigen nennen, wo mein Haupt ruhen könnte –

[Luc. 10] Jesus nahm nun einen andern, etwas weitern Weg nach Jerusalem, schikte immer 2 seiner Begleiter voraus, um die Leute auf seine Ankunft gefast zu machen – denn sein Gefolge war sehr zahlreich – er gab ihnen Verhaltungsregeln mit auf den Weg, keine Gefälligkeit ertrozen zu wollen, wo man sie nicht aufnehmen wolle, weiter zu gehen, – überall zu ihrem Hauptaugenmerk zu machen, die Menschen zum Guten aufzumuntern, es sei noch so viel hierin zu thun, und der Arbeiter so wenige.

[Luc. 10,18 sqq.] Seine Jünger brachten ihm die Nachricht, sie haben hier und da guten Eingang [cf Matth. 11,20-30.] gefunden, Jesus brach hiebei in die Worte aus: Dank und Preis sei dir, Vater des Himmels und der Erde, daß es nicht ein Eigenthum der Gelehrsamkeit und der Kenntnisse ist, zu erkennen, was Pflicht für jeden ist, daß jedes unverdorbene Herz den Unterschied zwischen gut und bös selber fühlen kan. Ach wären die Menschen hiebei stehen geblieben, und hätten nicht ausser den Pflichten, welche die Vernunft auferlegt noch eine Menge Lasten erfunden, die arme Menschheit damit zu plagen – die eine Quelle von Stolz werden, und in denen keine Beruhigung ausser auf Kosten der Tugend, zu finden ist.

Auf dieser Reise traf Jesus einen Gesezgelehrten an, der um die Grundsäze Jesu kennen zu lernen [und] zu prüfen sich mit ihm in eine Unterredung einließ – Was muß ich thun, Lehrer, um der Glükseeligkeit würdig zu seyn ? Was ist dir im Geseze

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