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|245| Einige Pharisäer warnten Jesum ob aus guter oder irgend einer andern Absicht, ist nicht bekannt, das Gebiet des Herodes zu verlassen, weil dieser Anschläge auf sein Leben habe, Jesu Antwort war, seine Verrichtungen seien von der Art, daß sie dem Herodes schlechterdings keine Besorgnisse erregen könne, und ausserdem wäre es ausser der Regel, wenn Jerusalem – der gewöhnliche Schauplaz des Todes so vieler Lehrer, die das jüdische Volk von seiner Hartnäkigkeit in seinen Vorurtheilen, und von dem Schwindel, womit es für dieselbe, alle Regeln der Sittlichkeit und der Klugheit verlezte, zu heilen versuchten, wenn Jerusalem nicht auch der Ort wäre, wo ihn ein solches Loos treffen sollte,
[Luc. 14.] Er speiste auch wieder bei einem Pharisäer, hier bemerkte er an einigen eine Sorgfalt, die obersten Pläze auszulesen, die sie nach ihrem Range einnehmen zu müssen glaubten – und machte die Bemerkung, sich an die obern Pläze zu drängen, könne oft die Schuld an Verlegenheiten werden, denn wenn noch ein Vornehmerer komme, so müsse man mit Beschämung sich gefallen lassen, seinen Plaz abzutretten, und ihn mit einem untern zu vertauschen – da hingegen der, welcher sich unten an sezt und von dem Gastgeber weiter herauf gerufen wird, mehr Ehre davon habe – Überhaupt, wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt, der bescheidne dagegen wird gehoben werden. Gegen den Gastgeber bemerkte [er], er kenne, ausser der Gastfreundschaftlichkeit, seine Verwandten oder Freunde oder seine reichen Nachbarn zu einem Essen einzuladen, von denen ein solcher Beweis der Freundschaft gewöhnlich durch gegenseitige Einladungen erwiedert werde, ausser dieser Freigebigkeit kenne er noch eine andere edlere, nemlich arme, kranke oder andere unglükliche zu speisen, die eine Wohlthat nicht wieder erstatten können, als durch die unverstellten Ausdrükke ihres Danks und des Gefühls ihres gelinderten Kummers, als durch [das] Bewustseyn, das dir solche Handlungen geben, Balsam in die Wunden des Unglüklichen gegossen, und dem Elend wohlgethan zu haben. Wohl dem, rief einer der Mitgäste aus, der zu dieser Zahl gehört, der ein Bürger des Reiches Gottes ist – Jesus
