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|277| und wahrscheinlich nur19) Anbindung der Füsse) rief Jesus aus, Vater vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie thun! Seine Kleider vertheilten wie gewöhnlich die Soldaten unter sich – Pilatus lies die Aufschrift über sein Kreuz heften in hebräischer, Griechischer, und Lateinischer Sprache, diß ist der König der Juden. Die Priester verdroß diß, und sie meinten, Pilatus hätte schreiben sollen, daß Jesus sich nur dafür ausgegeben habe; Pilatus der unwillig wegen der ganzen Anklage über sie war, sah gern, daß sie das demüthigende, das für sie in seiner Überschrift lag, empfanden, und gab ihnen auf ihr Ansuchen, es zu ändern, zur Antwort: es bleibt bei dem, was ich geschrieben habe. Indessen war Jesus ausser dem körperlichen Schmerz dem triumphirenden Spotte, des jüdischen, vornehmen und gemeinen Pöbels wie auch dem rohen Wize der römischen Soldaten ausgesezt – auch den einen Verbrecher, der mit Jesu gekreuzigt worden war, machte die Gleichheit ihres Schiksals nicht freundschaftlicher gegen Jesum, es hinderte ihn nicht, auch seinen Spott in den Hohn der Menge zu mischen; dem andern aber war menschlichere Empfindung und Gewissen bei seinen Verbrechen nicht ganz fremd geworden, er verwies es jenem, daß er noch in solchen Umständen gegen einen, der in gleichem Leiden mit ihm sich befinde, bitter seyn könne; und, sezte er hinzu, unser Loos ist gerecht, denn wir empfangen, was unsere Thaten verdienten; und diesem ist schuldlos ein gleiches Schiksal zu theil geworden! Gedenke meiner, sagte er zu Jesu, wenn du in deinem Reiche bist – Bald werden uns zusammen, erwiederte Jesus, die Gefilde der Seeligkeit aufnehmen.
19) Am Rande: Paulus Memor.
Unter dem Kreuze stand in tiefer Betrübnis die Mutter Jesu, mit einigen ihrer Freundinnen; Johannes allein von allen Vertrautern Jesu war bei ihnen, und theilte ihren Schmerzen. Jesus erblikte sie beisammen, und sagte zu seiner Mutter, siehe da ein Sohn, statt meiner, und zu Johannes: Sieh diese als Mutter an; Johannes nahm sie auch dem Wunsche seines sterbenden Freundes gemäß in sein Haus, und in seine Pflege auf.
