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|251| Staates, in einer Gesellschaft, unter den öffentlichen Gesezen einer Kirche – Eher als so ein ruhiger, glänzender Zustand, wird Verfolgung das Loos der wahren Bürger des Reiches Gottes, der tugendhaften seyn – oft am meisten von denen, die etwa, wie die Juden, als Glieder einer solchen Gesellschaft sich viel damit wissen – Von zwei, die einerlei Glauben bekennen, zu einerlei Kirche sich halten, kan der Eine ein tugendhafter, der andre ein Verworfner seyn – Bleibt also nicht an der aüssern Form hängen, last euch nicht durch das Vertrauen, in pünktlicher Beobachtung derselben eure Pflicht erfüllt zu haben, in eine träge Ruhe versenken; wobei auch wohl die Liebe zum Leben und Lebensgenuße ihre Rechnung fände – denn wer dieß nicht für die Pflicht aufzuopfern vermag – der macht sich eben dadurch desselben unwürdig. [Luc. 18.] Ebenso wenig darf euch Standhaftigkeit verlassen; daß, wenn ihr Hofnungen, durch euren Kampf gutes auszurichten, solange nicht in Erfüllung gehen seht, ihr müde würdet, und in verdrüslicher Laune mit dem allgemeinen Strome der Verdorbenheit fortzuschwimmen euch entschlößet – wie oft ein Client nicht von der Rechtschaffenheit des Richters in seiner Angelegenheit gefördert wird, sondern weil er sich von den anhaltenden Bitten des Clienten losmachen wollte – so werdet auch [ihr] viel Gutes durch Standhaftigkeit ausrichten – und dann: wenn ihr die Grösse des Ziels, das die Pflicht stekt, mit ganzer Seele aufgefast habt, so wird euer Streben wie dieses Ziel für die Unendlichkeit seyn, und nie ermatten, ihr mögt in diesem Leben Früchte reifen sehen oder nicht –
In Beziehung auf die Pharisäer, die sich so vollkommen dünken, und die wegen diesem Eigendünkel die übrige Menschen verachten, erzählte Jesus folgende Geschichte: Es gingen zwei Menschen in den Tempel zu beten; deren der eine ein Pharisäer, der andre ein Zollbedienter war; das Gebet des Pharisäers lautet so: Ich danke dir, o Gott, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, ein Raüber, ein ungerechter, ein Ehebrecher, oder einer wie dieser Zöllner, ich faste zweimal in der Woche, besuche regelmäßig den Gottesdienst, und gebe gewissenhaft meinen Zehenten für deinen Tempel – Der Zöllner stand weit von diesem heiligen, wagte seinen Blik nicht gegen Himmel zu erheben, sondern schlug auf seine Brust, und flehte, ach
