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|253| hatte – Ahndungen die mit demjenigen sehr im Widerspruch standen, was seine Jünger sich von seiner Ankunft und seinem Aufenthalt in Jerusalem versprachen – Sogar sie, die den täglichen Umgang und die Belehrung Jesu genossen, hatten aus ihren jüdischen Köpfen die sanguinische Hofnung, Jesus werde bald öffentlich als König auftretten, den Glanz des jüdischen Staats und seine Unabhängigkeit von den Römern wieder herstellen, und sie als seine Freunde und Gehülfen durch Macht und Ehre für das, was sie indeß entbehrt hatten, belohnen – diese Hofnungen hatten sie noch nicht verbannt, sie hatten noch nicht den Geistigen Sinn des Reiches Gottes, als einer Herrschaft der Tugendgeseze unter den Menschen – [sich] zu eigen gemacht – So tratt izt, die Mutter des Johannes und Jakobus zu Jesu, fiel ihm zu Füßen, und auf die Frage Jesu was sie verlange – that sie mit ihnen die Bitte an Jesum – weil sie izt die Entwiklung ihrer Hofnungen herannahen zu sehen glaubten – Wenn [du] nun dein Reich errichtest, so erhebe meine Söhne zum nächsten Rang nach dir. Jesus gab ihnen zur Antwort: ihr wist nicht, um was ihr bittet! Seid ihr bereit, der Pflicht, – die ihr über euch genommen habt, der Verbesserung der Menschen zu leben, und mein Schiksal zu theilen, es warte auf mich, was es sei ? – Sie antworteten wahrscheinlich in der Hofnung, daß dieses kein anderes als ein glänzendes sein werde – ja wir sind bereit – Nun, sagte Jesus, so thut eure Pflicht, und unterwerft euch ruhig eurem Schiksal – erwartet aber dabei nicht die Hofnungen, die ihr durch eure Bitte gezeigt habt, erfüllt zu sehen; die Reinheit eurer Gesinnung allein, die vor der Gottheit, nicht vor mir offen liegt, kan den Werth bestimmen, den ihr vor der Gottheit habt – Die übrigen Freunde Jesu, wurden über diese Bitte der 2 Brüder sehr erbittert – Jesus gab ihnen die Weisung – ihr wißt, daß Herrschsucht eine sehr verführerische und sehr allgemeine Leidenschaft unter den Menschen [ist] – sie aüssert sich in den grossen sowohl als in eingeschränkten Kraisen des Lebens – Aus eurer Gesellschaft sei sie verbannt – Sezt eure Ehre untereinander darein, gegenseitig gefällig zu seyn, und einander zu dienen – so wie der Zwek meines Lebens nie war, über andre zu gebieten, sondern der Menschheit zu dienen, und für sie selbst mein Leben aufzuopfern. In Beziehung auf diese Erwartungen der Begleiter Jesu, seine Freundschaft werde ihnen
