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|242| oder Theiler zwischen euch gesezt? und wandte sich zu den andern, Ergebt euch nicht der Habsucht, durch reicher und immer reicher werden, erfüllt der Mensch seine Bestimmung nicht – Ich will euch diß durch ein Beispiel deutlicher machen: Einem reichen Mann trugen seine Güter so viele Früchte, daß er mit der Menge derselben in Verlegenheit kam, er muste seine Scheunen grösser machen lassen, um sie aufzuheben, dann dachte er bei sich, wenn diß in Ordnung ist, so hältst du alles sehr sorgfältig auf und hast reichlich zu leben auf viele Jahre, dann ruh’ aus, iß, trink, und laß dir wohl seyn. Aber izt vernahm er die Stimme des Todes: Thor, heute Nacht wird man deine Seele von dir fodern – für wen hast du izt gesammelt ? So macht sich der verlorne Arbeit für einen niedrigen Zwek, der Schäze haüft, und nicht auf einen Reichthum, auf eine Bestimmung denkt, deren Zwek ewig ist – Die Sorge für Reichthum fülle nicht eure Seele aus, euer Geist sei allein der Pflicht geweiht; eure Arbeit dem Reiche des Guten, – so steht ihr als Männer gerüstet, zum Leben und zum Tode – sonst wird die Liebe zum Leben den Tod mit Schreken gegen euch wafnen, und die Furcht vor dem Tode, euch das Leben stehlen. Schiebt es nicht auf, und denkt nicht etwa, es habe keine Eile, sich höhern Zweken zu widmen, als Schäze zu sammeln und dem Vergnügen zu leben – Jede Zeit die ihr dem Dienste des Guten entzogen habt, ist für eure Bestimmung verloren – oder übereilt euch der Tod, und ihr gleicht einem Haushalter, dessen Herr abwesend ist, und ihm indessen sein Hauswesen anvertraut hat; der Aufseher denkt nun bei sich, mein Herr wird noch lange ausbleiben, und fängt an, das Gesinde zu mishandeln, zu schwelgen, und sich zu betrinken. Aber zu einer Zeit, wo er es am wenigsten erwartet, wird der Herr ihn überraschen, und ihm seinen verdienten Lohn ertheilen. Und wie der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, aber ihn [nicht] befolgt, härter gestraft wird, als der so zwar auch strafwürdig handelt, aber den Willen seines Herrn nicht wuste, so wird auch von dem Menschen, dem viel anvertraut wurde, der Talente und Gelegenheit hatte, viel Gutes zu thun, viel gefodert werden. Glaubt ihr etwa,
