[S. 289]
|289| Natur ist das Verhältniß der Begierde vollkommen objectiv, das eine in der Form der Indifferenz, das andere des Besondersseyns; diese höchste organische Polarität in der vollkommensten Individualität eines jeden Pols ist die höchste Einheit, welche die Natur hervorbringen kann; denn darüber kann sie nicht hinaus, daß die Differenz nicht reell, sondern absolut ideell sey; die Geschlechter sind schlechthin im Verhältniß, eins das allgemeine, das andere das besondere; nicht absolut gleich; also ist auch ihr Einsseyn nicht nach der Weise des absoluten Begriffs, sondern weil es vollkommen ist, das differenzlose Gefühl. Die Vernichtung der eigenen Form ist gegenseitig, aber nicht absolut gleich; es schaut sich jedes in dem andern an, als zugleich ein fremdes, und dieses ist die Liebe; die Unbegreifflichkeit dieses sein selbstseyns in einem fremden gehört darum der Natur, nicht der Sittlichkeit, denn diese ist in Beziehung auf die differenten, absolute Gleichheit beyder; in Beziehung auf das Einsseyn absolutes Einsseyn durch die Idealität; jene Naturidealität aber bleibt in der Ungleichheit und darum in der Begierde, in welcher das eine bestimmt ist, als ein subjectives das andre als ein objectives.
3. ebendiß lebendige Verhältniß so daß in ihm die Anschauung unter den Begriff subsumirt ist, ist als Bestimmtheit der entgegengesetzten ideell; aber so daß um der Herrschafft des Begriffs willen, die Differenz bleibt, aber ohne Begierde; oder die Bestimmtheit der entgegengesetzten ist eine oberflächliche, nicht natürliche, reale, und das praktische geht zwar auf die Aufhebung dieser entgegengesetzten Bestimmtheit, aber nicht in einem Gefühl, sondern so daß sie Anschauung seiner selbst in einem fremden wird, und also mit gegenüberstehender vollkommener Individualität endigt, hiedurch das Einsseyn der Natur mehr aufgehoben wird. Diß ist das Verhältniß von Eltern und Kindern. Das absolute Einsseyn beyder trennt sich unmittelbar in das Verhältniß; das Kind ist der subjective Mensch, aber so daß diese BeSonderheit ideell, ein aüsseres nur die Form ist, die Eltern sind das allgemeine, und die Arbeit der Natur geht auf die Aufhebung dieses Verhältnisses, so wie die der Eltern, welche die aüssere Negativität des Kindes immer mehr aufheben, und ebendadurch eine grössere innere Negativität und damit höhere Individualität setzen.

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