System der Sittlichkeit

[S. 352]

|352| in andern Gegenden, und Wohlfeilheit, die in andern das gleichmässige Verhältniß des Überflusses zum Ganzen aufhebt, – wirkende, entgegenarbeiten, und da die Natur die ruhige Mitte aufgehoben hat, dieselbe und das Gleichgewicht behaupten. Denn das Sinken des Werthes einer Art von Überfluß, und die Unfähigkeit desselben die Totalität des Bedürfnisses zu vertreten, da an diese Fähigkeit ein Theil des Volkes im Vertrauen auf das Allgemeine seine Existenz geknüpft hat, zerstöhrt diese, und betrügt sein Zutrauen. Die Regierung ist das reelle, gewalthabende Ganze, welches indifferent gegen die Theile, nicht ein Abstractum ist, und also wohl indifferent gegen die einzelne Art des Überflusses, an die ein Theil seine Realität bindet, aber nicht gegen die Existenz dieses Theils selbst ist. Die Abstraction des Gleichgewichts ist wohl sicher, daß eine Art von Überfluß, die nicht mehr die Angemessenheit zur Totalität der Bedürfnisse hat, diese wieder erhalten, also daß erfolgen wird, daß eines theils sich nur so viele damit beschäfftigen, als davon leben können, daß ihr Werth steigen wird andern theils daß wenn ihrer zu wenig sind, für diejenigen, denen dieser Überfluß Bedürfniß ist, daß ihr Werth fallen wird; aber für die Realität, und die Regierung, hat [theils] der zu niedrige Werth, weil er einen Theil, dessen physische Existenz vom Ganzen sich abhängig gemacht hat, und itzt durch diß Ganze ganz ruinirt wird, theils der zu hohe Werth, durch welchen alle in ihrer Totalität des Genusses und des Gewöhnlichen gestört werden, ein Interesse, von dem die Abstraction des Gleichgewichts absieht, die in dem Schwancken desselben ausser ihm bleibt, als die müssige Indifferenz der Betrachtung; die Regierung aber als die reale gewalthabende und die Differenz bestimmende.

Aber diese empirischen Schwanckungen und formellen, nicht nothwendigen Differenzen, gegen welche die Regierung gewalthabend indifferent ist, sind zufällig, nicht der nothwendige in die Zerstörung des Gleichgewichts gehende Trieb der Differenz. Das organische Princip dieser Potenz ist die Einzelnheit, das Gefühl, Bedürfniß, und diß ist empirisch unendlich; insofern es für sich ist, und das bleiben soll, was es ist, setzt es sich grenzenlos, und da seine Natur Einzelnheit empirisch unendlich. Zwar scheint der Genuß ein fest bestimmtes und beschräncktes zu seyn, aber seine Unendlichkeit ist seine Idealität, und in dieser ist er unendlich. Als

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