System der Sittlichkeit

[S. 345]

|345| doch ein Nichts seyn; γ) die absolute Regierung ist allein dadurch nicht formell, daß sie den Unterschied der Stände voraussetzt; und also wahrhafft die oberste ist; setzt sie ihn nicht voraus, so fällt die ganze Macht der Realität in einen Klumpen, er möchte sonst in sich sich noch so verzweigen, und die Rohheit dieses Klumpens würde ihre ebenso rohe und weisheitslose Macht ungetheilt in ihrer Spitze haben; es [könnte] kein wahrhaffter objectiver Unterschied in ihm seyn, und das was über seinen Unterschieden schweben sollte, [wäre] ein reines Nichts; denn die absolute Regierung, daß sie die absolute Idee sey, setzt absolut die unendliche Bewegung, oder den absoluten Begriff, in diesem müssen die Unterschiede seyn und sie müssen also, weil sie im Begriff, allgemeine unendliche sind, Systeme seyn; und so ist allein eine absolute Regierung, und die absolute lebendige Identität aber herausgebohren in die Erscheinung und Realität, möglich.

Diß ist die aüssere Form ihrer absoluten Macht, daß sie keinem Stande angehört, ungeachtet sie aus dem ersten hervorgegangen ist; aus diesem muß sie hervorgehen; denn in der Realität ist die rohe weisheits- und differenzlose lebendige Identität das dritte, der dritte Stand; aber der zweyte derjenige in dem die Differenz fixirt ist, welcher aber die Einheit als formelle Allgemeinheit mit sich vereinigt aber über ihm schwebend hat; der erste aber ist die klare, spiegelreine Identität; der Geist der übrigen, aber dadurch daß er im Gegensatze fixirt ist, ist er die unendliche Seite, die andern aber die endliche; aber das unendliche ist dem absoluten näher als das endliche, und, wenn man so sprechen darf, von unten heraufgehend, so schwingt es sich aus der Unendlichkeit, welche seine formelle, negative Seite ist, unmittelbar hervor und empor. Diese Regierung ist absolute Potenz für alle Stände, daß sie über ihnen ist; ihre Macht das wodurch sie Potenz ist, ist kein aüsseres, wodurch sie als besonderes selbst gegen besonderes wäre, eine Armee oder was es sonst wäre, zu Vollstreckern ihrer Anordnungen hätte, sondern sie ist ganz dem Gegensatze entnommen, nichts gegen das sich etwas als besonderes setzen, und damit sie selbst zu einem besondern machen könnte, sondern ist absolut nur Allgemeinheit gegen besonderes; und als diß absolute ideelle allgemeine, wogegen alles andere ein besonderes, ist sie die Erscheinung Gottes, ihre Worte sind seine Aussprüche und sie kann unter keiner andern Form erscheinen und seyn; sie ist das unmittelbare Priesterthum des Allerhöchsten in dessen Heiligthum sie mit ihm

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