System der Sittlichkeit

[S. 325]

|325| Anschauung unter ein Verhältniß gesetzt, der Nothwendigkeit dienend, und als beschräncktes, die Unendlichkeit ausser sich habend gesetzt ist.

In der Sittlichkeit ist also das Individuum auf eine ewige Weise; sein empirisches Seyn und Thun ist ein schlechthin allgemeines; denn es ist nicht das individuelle, welches handelt, sondern der allgemeine absolute Geist in ihm. Die Ansicht der Philosophie von der Welt und der Nothwendigkeit, nach welcher alle Dinge in Gott sind, und keine Einzelnheit ist, ist für das empirische Bewußtseyn vollkommen realisirt, indem jede Einzelnheit des Handelns oder Denkens oder Seyns ihr Wesen und Bedeutung ganz allein im Ganzen hat, und insofern ihr Grund gedacht, ganz allein dieses gedacht wird, und das Individuum keinen andern weiß und sich einbildet; da das nicht sittliche empirische Bewußtseyn darin besteht, daß es zwischen das Einsseyn des Allgemeinen und Besondern deren jenes der Grund ist, irgend eine andere Einzelnheit als Grund einschiebt; hier hingegen ist die absolute Identität, die vorher der Natur und etwas inneres war, ins Bewußtseyn herausgetreten.

Die Anschauung dieser Idee der Sittlichkeit aber, die Form in der sie von Seiten ihrer Besonderheit erscheint, ist das Volk. Es ist die Identität dieser Anschauung und der Idee zu erkennen. In dem Volke nemlich ist überhaupt formell die Beziehung einer Menge von Individuen gesetzt, nicht eine Beziehungslose Menge, noch eine blosse Mehrheit; jenes nicht, eine Menge überhaupt setzt nicht die Beziehung, die in der Sittlichkeit ist, die Subsumtion aller unter ein Allgemeines, das Realität für ihr Bewußtseyn hätte, eins mit ihnen wäre, und Macht und Gewalt über sie hätte, insofern sie Einzelne seyn wollten; freundlich oder feindlich identisch mit ihnen sey; sondern die Menge ist absolute Einzelnheit, und der Begriff der Menge indem sie eins sind, ist ihre Abstraction ihnen fremd, ausser ihnen; – auch nicht eine blosse Mehrheit, denn die Allgemeinheit in welcher sie Eins sind, ist absolute Indifferenz; in einer Mehrheit aber ist diese nicht gesetzt, sondern die Mehrheit, ist nicht die absolute Vielheit, als Darstellung aller Differenzen, durch welche Allheit eben sich allein die Indifferenz reell darstellen, und eine allgemeine seyn kann.

Indem das Volk die lebendige Indifferenz, und alle natürliche Differenz vernichtet ist, schaut das Individuum sich in jedem als sich selbst an; es gelangt zur

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