System der Sittlichkeit

[S. 328]

|328| Nothwendigkeit; der Schmerz würde nicht ertragen, denn er würde nicht in seiner Objectivität angeschaut, und nicht abgetrennt; und die sittliche Handlung würde eine Zufälligkeit der Einsicht, denn mit der Trennung ist die Möglichkeit eines andern Bewußtseyns gesetzt.

b. diese Sittlichkeit, als dieser lebendige, selbstständige Geist, der als ein Bryareus erscheint, von Myrien von Augen Armen und den andern Gliedern, deren jedes ein Absolutes Individuum ist, ist ein absolut allgemeines, und in Bezug auf das Individuum, erscheint jeder Theil dieser Allgemeinheit, jedes was ihr angehört, als ein Object, als ein Zweck; es ist ein ideales für dasselbe als solches; oder wie es in sein Bewußtseyn tritt, aber es tritt in sein Bewußtseyn, heißt nichts anders als es ist als Individuum gesetzt. Aber ein anderes ist es, insofern das Individuum die absolute Sittlichkeit unter sich subsumirt, und sie an ihm als seine Individualität erscheint. Es ist hier wie überhaupt ebenso wenig gemeynt, als ob der Willen, die Willkühr, Bestimmtheiten, welche durchs Individuum gesetzt wären, die Sittlichkeit subsumirten, so daß sie sie beherrschten, sie negativ als Feind und Schicksal setzten; sondern das Subsumiren ist ganz allein die aüssere Form der Subjectivität, unter welcher die Sittlichkeit erscheint ohne daß ihr Wesen dadurch afficirt wird; diese ihre Erscheinung ist die Sittlichkeit des einzelnen, oder die Tugenden; weil das individuelle das einzelne ist, die Möglichkeit, das negative, die Bestimmtheit, so sind auch die Tugenden in ihrer Bestimmtheit, negatives, Möglichkeiten des Allgemeinen. Hier ist denn der Unterschied der Moral vom Naturrecht gesetzt, nicht als ob sie getrennt, jene von diesem ausgeschlossen wäre, sondern ihr Innhalt ist völlig im Naturrecht, die Tugenden erscheinen am absolut sittlichen, aber nur in ihrer Vergänglichkeit.

Die Sittlichkeit ist nun

a) als absolute Sittlichkeit; nicht der Innbegriff sondern die Indifferenz aller Tugenden, sie erscheint nicht als Liebe zum Vaterlande und Volk und Gesetzen, sondern als das absolute Leben im Vaterlande und für das Volk; sie ist die absolute Wahrheit, denn die Unwahrheit ist nur in dem fixiren einer Bestimmtheit; in dem ewigen des Volkes aber ist alle Einzelnheit aufgehoben; sie ist die absolute Bildung, denn im ewigen ist die reale empirische Vernichtung aller Bestimmtheiten und

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83

EN

Kommentare

Schreibe einen Kommentar