System der Sittlichkeit

[S. 343]

|343| hiedurch gegen seine Natur beschränckt; theils würde es für dasjenige, gegen welches es beschränckend ist, Potenz überhaupt, Übermacht seyn, nicht dem Wesen und Geiste nach eins mit ihm; es muß mit diesem die ganze Gestalt gemeinschafftlich haben, in Beziehung auf die Besonderheit eins mit ihm, oder wie das ausgedrückt wird, dasselbe Interesse mit ihm haben, nur daß der Gegensatz des regierenden gegen den regierten, die aüssere Form des indifferenten gegen das differente, des allgemeinen gegen das besondere ist.

So ist das Alter der Leib der absoluten Indifferenz gegen alle Stände, es entbehrt der Individualität, welche die Gestalt jedes einzelnen ist; und obzwar das Priesterthum als die der Natur nicht überlassene sondern ihr abgerungene und mit Selbstthätigkeit das individuelle vernichtende Indifferenz ist, so ist theils zu bemerken, daß die Alten des ersten Standes, als diesem angehörig ein göttliches Leben geführt haben; theils daß der Alte des ersten Standes selbst ein Priester seyn muß, und im Übergang aus dem männlichen ins höhere Alter als Priester leben, und sich so ein absolutes, wahrhafftes Alter hervorbringen muß; theils daß der wahrhaffte Priester auch des aüssern Alters als seines Leibes bedarf, daß seine Vollendung nicht der Natur zuwider in ein früheres Alter gesetzt werden kann, sondern das höchste erwarten muß.

In dieser höchsten Regierung ist schlechthin die Bewahrung [des] absoluten Verhältnisses des Ganzen niedergelegt; sie ist die absolute Ruhe in der unendlichen Bewegung desselben, und in Beziehung auf dieselbe; die Weisheit dieser Regierung geht auf die Lebendigkeit aller Theile, und diese Lebendigkeit ist die des Ganzen, und nur durch diß. Die Lebendigkeit des Ganzen aber ist nicht eine Abstraction der Lebenskrafft, sondern die absolute Identität in der Differenz; die absolute Idee; diese aber ist in ihrem absoluten höchsten Auseinandertreten, nichts anders als das in der ersten Potenz construirte Verhältniß der Stände; es ist das absolute als allgemeines, ohne alle Bestimmtheit, die in den besondern Potenzen vorkömmt; diese indifferente Idee der höchsten Regierung geht keine Form der Besonderheit und Bestimmtheit an, welche in der Verzweigung des Ganzen in seine untergeordnete Systeme sich darstellt; sie hat nicht diese Idee in denselben zu wiederhohlen; denn sie würde sonst eine formelle Potenz für diese seyn; sondern, nachdem dieser

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