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|401| der Schönheit allein die Gestalt ihrer Erscheinung und ihr Verhältnis zu der Welt erhält. Wegen der Verunreinigung des Lebens konnte Jesus das Reich Gottes nur im Herzen tragen, mit Menschen nur in Beziehung treten, um sie zu bilden, um den guten Geist, an den er in ihnen glaubte, zu entwickeln, – um erst Menschen zu schaffen, deren Welt die seinige wäre; aber in seiner wirklichen Welt mußte er alle lebendigen Beziehungen fliehen, weil alle unter dem Gesetze des Todes lagen, die Menschen unter der Gewalt des Jüdischen gefangen waren; durch ein von beiden Seiten freies Verhältnis wäre er in einen Bund mit dem Gewebe jüdischer Gesetzlichkeiten eingetreten, und um eine eingegangene Beziehung nicht zu entheiligen oder zu zerreißen, hätte er sich von seinen Fäden müssen umschlingen lassen, und so konnte er die Freiheit nur in der Leere finden, weil jede Modifikation des Lebens gebunden war; darum isolierte sich Jesus von seiner Mutter, seinen Brüdern und Verwandten; er durfte kein Weib lieben, keine Kinder zeugen, nicht Familienvater, nicht Mitbürger werden, der mit den anderen des Zusammenlebens genösse. Das Schicksal Jesu war, vom Schicksal seiner Nation zu leiden, entweder es zu dem seinigen zu machen und ihre Notwendigkeit zu tragen und ihren Genuß zu teilen und seinen Geist mit dem ihrigen zu vereinigen, aber seine Schönheit, seinen Zusammenhang mit dem Göttlichen aufzuopfern, – oder das Schicksal seines Volkes von sich zu stoßen, sein Leben aber unentwickelt und ungenossen in sich zu erhalten; in keinem Fall die Natur zu erfüllen, in jenem nur Fragmente von ihr, und auch diese verunreinigt, zu fühlen, in diesem sie vollständig zum Bewußtsein zu bringen, aber ihre Gestalt nur als einen glänzenden Schatten, dessen Wesen höchste Wahrheit ist, zu erkennen, aber dem Gefühle desselben, ihrer Belebung in Tat und Wirklichkeit, zu entsagen. Jesus wählte das letztere Schicksal, die Trennung seiner Natur und der Welt, und verlangte dasselbe an seine Freunde: „wer Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht
