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Alle folgenden Zustände des jüdischen Volks, bis auf den schäbigen, niederträchtigen, lausigen Zustand, in dem es sich noch heutigentags befindet, sind weiter nichts als Folgen und Entwicklungen ihres ursprünglichen Schicksals, von dem – einer unendlichen Macht, die sie sich unüberwindlich gegenübersetzten – sie mißhandelt wurden und so lange werden mißhandelt werden, bis sie es durch den Geist der Schönheit aussöhnen und so durch die Versöhnung aufheben.
Auf Mosis Tod folgte eine lange Periode der Abwechslung von Staatsunabhängigkeit und von Unterwürfigkeit unter fremde Völker. Das Schicksal, durch Glück die Unabhängigkeit zu verlieren und durch die Unterdrückung den Mut zu derselben wieder zu erhalten, dies gemeinschaftliche Schicksal aller Völker mußte als Schicksal des jüdischen Volkes zwei besondere Modifikationen haben:
a) Daß der Übergang zur Schwäche dem Zustand des Glücks als ein Übergehen zu einem Götterdienst und der Mut, sich aus der Unterdrückung zur Unabhängigkeit emporzuringen, als eine Wiederkehr zu ihrem eigentümlichen Gott erschien. Mit der Not war der Geist der Feindschaft und der Verheerung von den Juden gewichen, ihr El Schaddai, ihr Gott der Not. Menschlichere Gefühle stiegen in ihren Gemütern auf, und damit gingen freundlichere Verhältnisse hervor; sie ahnten schönere Geister und dienten fremden Göttern. Aber jetzt, in diesem Dienste selbst ergriff sie ihr Schicksal; sie konnten nicht Verehrer, nur Knechte dieser Götter werden, sie wurden nun abhängig von der Welt, die ihnen vorher entweder selbst oder ihrem Ideale unterwürfig war; und damit war ihre Kraft von ihnen gewichen, die nur auf Feindschaft ruhte, und das Band ihres Staates hatte sich völlig aufgelöst; er konnte nie dadurch einen Halt haben, daß alle Bürger einen Halt hätten; nur dadurch konnten sie als in einen Staat vereinigt bestehen, daß alle von einem Gemeinschaftlichen abhingen, aber von einem Gemeinschaftlichen, das nur ihnen wäre, allen Menschen entgegengesetzt sei. Durch fremden Götterdienst wurden sie zwar noch keinem
