[S. 278]
|278| strenger Entgegensetzung gegen alles fest zu erhalten, das Gedachte erhoben zur herrschenden Einheit über die unendliche feindselige Natur, denn Feindseliges kann nur in die Beziehung der Herrschaft kommen. Abraham irrte mit seinen Herden auf einem grenzenlosen Boden umher, von dem er nicht einzelne Stücke sich durch Bebauung, Verschönerung nähergebracht und so liebgewonnen und als Teile seiner Welt aufgenommen hätte; den Boden weidete nur sein Vieh ab. Das Wasser ruhte in tiefen Brunnen, ohne lebende Bewegung; mühsam war es gegraben, teuer erkauft oder erstritten, ein erzwungenes Eigentum, ein Bedürfnis der Not für ihn und sein Vieh. Die Haine, die ihm oft Schatten und Kühlung gaben, verließ er bald wieder, er hatte zwar Theophanien, Erscheinungen seines ganzen hohen Objekts in ihnen, aber auf ihnen selbst verweilte er nicht mit der Liebe, welche sie der Göttlichkeit wert und teilhaftig gemacht hätte. Er war ein Fremdling auf Erden, wie gegen [den] Boden, so auch gegen die Menschen, unter denen er immer ein Fremder war und blieb; von ihnen [aber] nicht so entfernt und unabhängig, daß er gar nichts von ihnen zu wissen gebraucht, gar nichts mit ihnen zu tun gehabt hätte; das Land war schon so bevölkert, daß er auf seinen Zügen immer an Menschen anstieß, die sich bereits in kleine Völkerschaften vereinigt hatten, [aber] er ließ sich in keine solche Beziehungen ein; auch brauchte er Korn von ihnen, und dessenungeachtet sträubte er sich gegen sein Schicksal, das ihm ein stillstehendes Zusammenleben mit anderen geboten hätte. Er hielt an seiner Absonderung fest, die er auch durch eine sich und seinen Nachkommen auferlegte körperliche Eigenheit auffallend machte. Um Mächtigere herum, wie in Ägypten und in Gerar, bei den nichts Böses denkenden Königen, behalf er sich mißtrauisch durch List und Zweideutigkeiten, – wo Er der Stärkere zu sein glaubte, wie gegen die fünf Könige, da schlug er mit dem Schwert drein. Mit anderen, durch die er nicht in Not kam, erhielt er sich sorgfältig in der rechtlichen Beziehung. Was er brauchte, kaufte er; von
