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|277| vergessen machten, Frieden der Liebe schlossen, die Stammeltern schöner Nationen wurden und ihre Zeit zur Mutter einer neugeborenen, ihre Jugendblüte erhaltenden Natur machten.
4) Abraham, in Chaldäa geboren, hatte schon in der Jugend mit seinem Vater ein Vaterland verlassen; nun riß er sich auch in den Ebenen Mesopotamiens vollends von seiner Familie los, um ein ganz selbständiger, unabhängiger Mann, selbst Oberhaupt zu sein, ohne beleidigt oder verstoßen zu sein, ohne den Schmerz, der nach einem Unrecht oder einer Grausamkeit das bleibende Bedürfnis der Liebe kundtut, die zwar verletzt, aber nicht verloren, ein neues Vaterland aufsucht, um dort zu blühen und ihrer selbst froh zu werden. Der erste Akt, durch den Abraham zum Stammvater einer Nation wird, ist eine Trennung, welche die Bande des Zusammenlebens und der Liebe zerreißt, das Ganze der Beziehungen, in denen er mit Menschen und Natur bisher gelebt hatte; diese schönen Beziehungen seiner Jugend (Jos. 24, 3) stieß er von sich.
4) Werkausgabe: Nohl S. 245-260; Schüler Nr. 79 (1. Fassung, Herbst 1798) und 82 (endgültige Fassung, Herbst/Winter 1798/99)
Auch Kadmos, Danaos usw. hatten ihr Vaterland, aber [sie hatten es] im Kampf verlassen; sie suchten einen Boden auf, wo sie frei wären, um lieben zu können; Abraham wollte nicht lieben und darum frei sein; jene, um in unbefleckten schönen Vereinigungen, was ihnen in ihrem Lande nicht mehr vergönnt war, leben zu können, sie trugen diese Götter mit sich fort, – Abraham wollte frei von diesen Beziehungen selbst sein; jene lockten durch ihre milden Künste und Sitten die roheren Eingeborenen an sich und vermischten sich mit ihnen zu einem frohen und geselligen Volke. Eben der Geist der Abraham von seiner Verwandtschaft weggeführt hatte, leitete ihn durch die fremden Nationen, mit denen [er] in der Folge seines Lebens zusammenstieß, – der Geist, sich in
