Der Geist des Christentums und sein Schicksal (1798–1800)

[S. 403]

|403| Darstellung das ganze Reich der Welt in sich zusammenfiel und verschwand; teils in unmittelbarer Reaktion gegen einzelne Teile des Schicksals, so wie sie an ihn gerade anstießen, – außer gegen den Teil des Schicksals, der unmittelbar als Staat erschien und auch in Jesu zum Bewußtsein kam, gegen welchen er sich passiv verhielt.

Das Schicksal Jesu war nicht ganz das Schicksal seiner Gemeine, da sie ein aus mehreren Zusammengesetztes war, die zwar in gleicher Trennung von der Welt lebten, so fand aber jedes Mitglied mehrere ihm Gleichgestimmte, sie hielten sich zusammen und konnten sich in der Wirklichkeit von der Welt entfernter halten, und da damit des Zusammentreffens und Widerstoßens an ihr weniger war, so wurden sie weniger von ihr gereizt, lebten weniger in der negativen Tätigkeit des Kampfes, und das Bedürfnis nach positivem Leben mußte in ihnen größer werden, denn Gemeinschaftlichkeit des Negativen gibt keinen Genuß, ist keine Schönheit. Aufhebung des Eigentums, eingeführte Gütergemeinschaft, gemeinschaftliche Mahle gehören mehr zum Negativen der Vereinigung, als daß es eine positive Vereinigung wäre. Das Wesen ihres Bundes war Aussonderung von den Menschen und Liebe untereinander; beides ist notwendig verbunden; diese Liebe sollte und konnte nicht eine Vereinigung der Individualitäten sein, sondern die Vereinigung in Gott, und in Gott allein, im Glauben kann nur das sich vereinigen, was eine Wirklichkeit sich entgegensetzt, von ihr sich aussondert; damit war diese Entgegensetzung fixiert und ein wesentlicher Teil des Prinzips des Bundes; und die Liebe mußte immer die Form der Liebe, des Glaubens an Gott behalten ohne lebendig zu werden und in Gestalten des Lebens sich darzustellen, weil jede Gestalt des Lebens entgegensetzbar vom Verstand als sein Objekt, als eine Wirklichkeit, gefaßt werden kann; und das Verhältnis gegen die Welt mußte zu einer Ängstlichkeit vor ihren Berührungen werden, eine Furcht vor jeder Lebensform, weil in jeder sich, da sie Gestalt hat und nur eine Seite ist, ihr Mangel aufzeigen läßt

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