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|335| Stimme aufschreckt: „Tor! diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern – was du erworben hast, wem wird es sein? So ist es mit dem, der sich Schätze sammelt und nicht in Gott reich ist.“ So wendet Jesus nur jenem Profanen die Rechtsseite zu, gegen seine Jünger fordert er Erhebung über das Gebiet des Rechts, der Gerechtigkeit, der Billigkeit, der Freundschaftsdienste, die Menschen in diesem Gebiete sich leisten können, über die ganze Sphäre des Eigentums.
Dem Gewissen, dem Bewußtsein der eigenen Pflichtgemäßheit oder Nichtgemäßheit steht die Anwendung der Gesetze auf andere im Urteil gegenüber; „richtet nicht“, sagt Jesus, „auf daß ihr nicht gerichtet werdet; mit welchem Maßstab ihr messet, wird euch dagegen gemessen werden“. Dies Subsumieren anderer unter einen Begriff, der im Gesetz dargestellt ist, kann darum eine Schwäche genannt werden, weil der Urteilende nicht stark genug ist, sie ganz zu ertragen. sondern sie teilt, und gegen ihre Unabhängigkeit nicht auszuhalten vermag, [sie] nicht wie sie sind, aber wie sie sein sollen [nimmt]; durch welches Urteil er sie sich, denn der Begriff, die Allgemeinheit ist sein, in Gedanken unterjocht hat. Mit diesem Richten aber hat er ein Gesetz anerkannt und sich selbst der Knechtschaft desselben unterzogen, ein Maß des Richtens auch für sich aufgestellt, und mit der liebreichen Gesinnung für seinen Bruder, ihm den Splitter aus dem Auge zu ziehen, ist er selbst unter das Reich der Liebe gesunken.
Das noch Folgende ist nicht mehr eine Entgegenstellung dessen, was höher ist als die Gesetze, gegen sie, sondern die Aufzeigung einiger Äußerungen des Lebens in seiner schönen freien Region, als die Vereinigung der Menschen im Bitten, Geben und Nehmen. Das Ganze schließt mit dem Bestreben, das Bild des Menschen, wie er im vorherigen in der Entgegensetzung gegen die Bestimmtheiten gezeichnet ist, weswegen auch das Reine mehr in seinen Modifikationen, in besonderen Tugenden als Versöhnlichkeit, eheliche Treue, Wahrhaftigkeit usw. erschien, rein außer dieser Sphäre
