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|411| Meister und Lehrer zu haben. Dies ist eine auszeichnende Seite des Geistes der Gemeine, daß das Göttliche, das sie Vereinigende die Form eines Gegebenen für sie hat. Dem Geiste, dem Leben wird nichts gegeben; was er empfangen hat, das ist er selbst geworden, das ist so in ihn übergegangen, daß es jetzt eine Modifikation desselben, daß es sein Leben ist. Aber in der Lebenslosigkeit der Liebe der Gemeine blieb der Geist ihrer Liebe so dürftig, fühlte sich so leer, daß er den Geist, der an ihn ansprach, nicht voll in sich, nicht in sich lebendig erkennen konnte und ihm fremde blieb. Eine Verknüpfung mit einem fremden und als fremd gefühlten Geiste ist Bewußtsein der Abhängigkeit von ihm; da die Liebe der Gemeine einesteils sich selbst übersprungen hatte, indem sie sich auf eine ganze Versammlung von Menschen ausdehnte, und darum andernteils an idealischem Inhalt zwar voll wurde, an Leben aber verlor, so war das nicht erfüllte Ideal der Liebe ein Positives für sie, sie erkannte es sich als entgegengesetzt und [sich] als abhängig von ihm; in ihrem Geiste lag das Bewußtsein der Jüngerschaft und eines Herrn und Meisters; ihr Geist war nicht in der gestalteten Liebe vollständig dargestellt; die Seite desselben, empfangen zu haben und zu lernen und tiefer als der Meister zu stehen, fand ihre Darstellung erst in der Gestalt der Liebe, wenn mit dieser zugleich eine Wirklichkeit verknüpft war, die der Gemeine gegenüberstand. Dieses höhere Entgegengesetzte ist nicht die Erhabenheit des Gottes, die dieser notwendig hat, weil in ihm der Einzelne [sich] nicht selbst als ihm gleich erkennt, sondern in ihm der ganze Geist der vereinigten Alle enthalten ist, – sondern sie ist ein Positives, Objektives, das soviel Fremdes, Herrschaft in sich hat, als im Geiste der Gemeine Abhängigkeit ist. In dieser Gemeinschaft der Abhängigkeit, der Gemeinschaft durch einen Stifter zu sein, in dieser Einmischung eines Geschichtlichen, Wirklichen in ihr Leben erkannte die Gemeine ihr reelles Band, die Sicherheit der Vereinigung, die in der unlebendigen Liebe nicht zum Gefühl kommen konnte.
