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|282| nur tiefer; wurden nicht zorniger als gegen Moses, dem sie fluchten (2. Mos. 5, 21; 6, 9). Moses allein wirkt, er erzwingt die Erlaubnis der Abreise von der Furcht des Königs, dem der Glaube der Juden auch nicht die Selbsttätigkeit läßt, seine Furcht zu vergessen und sich seinen abgedrungenen Entschluß reuen zu lassen, sondern diese Äußerung, die sich ihrem Gotte nicht unterwirft, ist bei ihnen selbst eine Wirkung ihres Gottes. Für die Juden wird Großes getan, aber sie beginnen nicht mit Heldentaten; für sie leidet Ägypten die mannigfaltigsten Plagen und Elend, unter allgemeinem Jammergeschrei ziehen sie weg, fortgetrieben von den unglücklichen Ägyptern (Ex. [2. Mos.] 12, 33/34), aber sie haben selbst nur die Schadenfreude des Feigen, dessen Feind, aber nicht durch ihn, zu Boden geworfen wird, nur das Bewußtsein des für sie verübten Wehes, nicht das der Tapferkeit, die doch eine Träne über das Elend, das sie anrichten muß, weinen darf; ihre Wirklichkeit ist unbefleckt, aber ihr Geist muß sich alles des so nützlichen Jammers freuen. Die Juden siegen, aber sie haben nicht gekämpft; die Ägypter unterliegen, aber nicht durch ihre Feinde, sie unterliegen, wie Vergiftete oder im Schlaf Ermordete, einem unsichtbaren Angriff, und die Israeliten mit dem Zeichen an ihren Häusern und dem Nutzen, den alles dies Elend bringt, sehen dabei aus wie die berüchtigten Diebe während der Pest zu Marseille. Die einzige Tat, welche Moses den Israeliten vorbehielt, ist, am Abend, den er den letzten wußte, an welchem sie ihre Nachbarn und Freunde sprächen, ein Entlehnen vorzulügen und dem Zutrauen durch Diebstahl zu entsprechen.
Es ist kein Wunder, daß dieses in seinem Freiwerden sich am sklavischsten betragende Volk bei jeder in der Folge vorkommenden Schwierigkeit oder Gefahr durch die Reue, Ägypten verlassen zu haben, und den Wunsch, wieder dahin zurückzukehren, zeigte, daß es ohne Seele und eigenes Bedürfnis der Freiheit bei seiner Befreiung gewesen war.
Der Befreier seines Volkes wurde auch sein Gesetzgeber;
