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|332| Denn der erkannte Beifall anderer über einen Sieg, den die Pflicht, das Allgemeine über das Besondere davongetragen hat, ist gleichsam nicht mehr bloß die gedachte, sondern die angeschaute Allgemeinheit und Besonderheit, jene in der Vorstellung der anderen, diese in den anderen als Wirklichen selbst; und das einsame Bewußtsein der erfüllten Pflicht ist von der Ehre nicht der Art nach, sondern nur insofern verschieden, als in der Ehre die Allgemeinheit nicht bloß allgemeingültig, sondern auch allgemein geltend erkannt wird; in dem eigenen Bewußtsein, die Pflicht erfüllt zu haben, gibt sich das Individuum selbst den Charakter der Allgemeinheit, es schaut sich als ein Allgemeines, als erhaben über sich selbst als Besonderes und über das, was im Begriff der Besonderheit liegt, an, über die Menge der Individuen; denn so wie der Begriff der Allgemeinheit auf das Individuum angewendet wird, so erhält der Begriff der Besonderheit auch diese Beziehung auf Individuen und ihre Entgegensetzung derselben gegen jenes sich selbst der Allgemeinheit gemäß, in Erfüllung der Pflicht Erkennende; und dieses Selbstbewußtsein ist der Handlung ebenso fremd als der Beifall der Menschen. Von dieser Überzeugung, in sich gerecht zu sein, und der Herabsetzung anderer dadurch (welches beides in notwendiger Verbindung steht, wegen der notwendigen Entgegensetzung des Besonderen gegen das Allgemeine) spricht auch Jesus in der Parabel Luk. 18, 9 ff. Der Pharisäer dankt Gott dafür, er ist so bescheiden, nicht die Kraft seines Willens darin zu erkennen, daß er nicht wie viele andere Menschen, die Räuber, Ungerechte, Ehebrecher sind, oder wie der Zöllner hier neben ihm [ist]; er faste nach der Regel und bezahle als ein rechtschaffener Mann gewissenhaft seinen Zehnten. Diesem Bewußtsein der Rechtschaffenheit, von welchem gar nicht gesagt ist, daß es nicht wahr gewesen sei, setzt Jesus den niedergesunkenen Blick, der sich nicht zum Himmel zu erheben wagt, des Zöllners entgegen, welcher an seine Brust schlägt: Gott sei mir Sünder gnädig. Das Bewußtsein des Pharisäers, seine Pflicht erfüllt
