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|308| bewahrt, ohne je zu genießen, – die moralische Handlung ist immer eine beschränkte, weil sie eine Handlung ist, und die Gesinnung ist einseitig und unvollständig, weil sie der Handlung entgegengesetzt ist. Bei Moralität ohne Liebe ist zwar in der Allgemeinheit die Entgegensetzung gegen das einzelne Objekt aufgehoben – eine Synthese Objektiver; aber das Einzelne ist als ein Ausgeschlossenes, Entgegengesetztes vorhanden.
Immoralität hebt die Möglichkeit der Liebe auf, durch, Mißhandlung Lebendiger. Rückkehr zur Moralität durch die Rückwirkung des Gesetzes, durch Schicksal und Strafe, ist Furcht vor dem Objektiven, vor dem, das man mißhandelt hat, und daß man dann auch mißhandelt wird; Rückkehr zur Legalität, d. h. zur objektiven Regel; zur Moralität nur durch Liebe, deren Bedürfnis [man] für sich gefühlt, ihre Befriedigung sich durch Immoralität unmöglich gemacht hat, und das Lebendige achtet.
C. [Religion.] Die Gottheit, so unendlich das Objekt, so unendlich die Passivität; durch Moral und Liebe diese vermindert, aber nicht zur vollendeten Selbständigkeit gebracht – diese [Passivität] besteht durch Streit gegen das Objektive, und auf diese Art [ist] keine Religion möglich. Das Objekt nicht vernichten sondern versöhnen. Das Gesetz als herrschendes durch Tugend aufgehoben. Die Beschränkung der Tugend durch Liebe – aber Liebe selbst Empfindung, mit ihr die Reflexion nicht vereinigt.
Liebe die Blüte des Lebens; Reich Gottes der ganze Baum mit allen notwendigen Modifikationen, Stufen der Entwicklung; die Modifikationen sind Ausschließungen, nicht Entgegensetzungen, d. h. es gibt keine Gesetze, d. h. das Gedachte ist dem Wirklichen gleich, es gibt kein Allgemeines, keine Beziehung ist objektiv zur Regel geworden, alle Beziehungen sind lebendig aus der Entwicklung des Lebens hervorgegangen, kein Objekt ist an ein Objekt gebunden, nichts ist festgeworden. Keine Freiheit der Entgegensetzung, kein freies Ich, kein freies Du. Aus der Entgegensetzung durch Freiheit entspringen Rechte. Freiheit ohne Entgegensetzung ist nur eine Möglichkeit. Die Menschen sind so, wie sie sein sollen; das Sein-Sollen muß freilich dann ein unendliches Streben sein, wenn das Objekt schlechthin nicht zu überwinden ist, wenn Sinnlichkeit und Vernunft – oder Freiheit und Natur, oder Subjekt und Objekt – so schlechterdings entgegengesetzt sind, daß sie absoluta sind. Durch die Synthesen: kein Objekt – kein Subjekt, oder kein Ich – kein Nicht-Ich wird ihre Eigenschaft als absoluta nicht aufgehoben.
Gesetz ist eine gedachte Beziehung der Objekte aufeinander, im Reich Gottes kann es keine gedachte Beziehung geben, weil es keine Objekte füreinander gibt. Eine gedachte Beziehung ist fest
