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|286| in Mosis Verfassung; aber sehr charakteristisch ist die Feier jedes siebenten Tages; Sklaven muß dies Ausruhen von der Arbeit willkommen sein, ein Tag des Nichtstuns nach sechs mühevollen Tagen; aber für sonst freie, lebendige Menschen sich einen Tag in einer bloßen Leerheit, in einer untätigen Einheit des Geistes zu halten und die Zeit, die sie Gott weihten, zu einer leeren Zeit zu machen und diese Leerheit sooft wiederkehren zu lassen, konnte nur dem Gesetzgeber eines Volkes einfallen, dem die traurige, ungefühlte Einheit das Höchste [ist], das das sechstägige Leben seines Gottes im neuen Leben einer Welt seinem Gotte entgegensetzt, es als ein fremdes Herausgehen aus sich betrachtet und ihn darauf ausruhen läßt.
Bei dieser durchgängigen Passivität blieb ihnen außer der Bezeugung ihrer Dienstbarkeit nichts übrig als das bloße, leere Bedürfnis, die physische Existenz zu erhalten und sie gegen diese Not zu sichern. Diese erhielten sie dann auch mit ihrem Leben, mehr wollten sie nicht; sie bekamen ein Land zu bewohnen, worin Milch und Honig floß; als ein sitzendes und ackerbauendes Volk wollten sie nun das Land als Eigentum besitzen, das ihre Väter schlechterdings nur als Hirten durchziehen wollten, bei welcher Lebensart sie die im Lande in Städten sich sammelnden aufkeimenden Völker doch ruhiglassen konnten, welche auch sie das unbebaute Land ruhig abweiden ließen und, als sie nicht mehr um sie herumzogen, noch ihre Gräber ehrten; als solche Nomaden kamen ihre Nachkommen nicht zurück; sie waren dem Schicksal unterlegen, gegen das ihre nomadischen Voreltern so lange angekämpft hatten und durch welchen Widerstand sie ihren Dämon und den Dämon ihres Volkes nur immer mehr verbittert hatten. Sie verließen zwar die Lebensart ihrer Voreltern, aber wie hätte ihr Genius aus ihnen weichen sollen? Er mußte um so mächtiger und entsetzlicher in ihnen werden, da mit veränderten Bedürfnissen eine Hauptscheidewand zwischen ihren Sitten und den Sitten anderer Völker wegfiel und keine andere Macht zwischen der Vereinigung
