Der Geist des Christentums und sein Schicksal (1798–1800)

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Vor dem Geiste Christi16)

16) Werkausgabe: Hier fehlt ein Übergang; vgl. dazu das Grundkonzept

[leben]digen Modifikation der Menschennatur gegründet (Rechte, die er selbst aufgibt, wenn er Gewalten über sich festsetzt) erkennen mögen, waren ihnen geboten, waren für sie durchaus positiv. Die Ordnung, in welcher hier den verschiedenen Arten von Gesetzgebung der Juden gefolgt wird, ist also eine ihr fremde, eine gemachte Ordnung, und die Unterschiede kommen erst in sie durch die Art, wie verschieden auf sie reagiert wird.

Geboten, die einen bloßen Dienst des Herrn, eine unmittelbare Knechtschaft, einen Gehorsam ohne Freude, ohne Lust und Liebe verlangten, d. h. den gottesdienstlichen Geboten stellte Jesus das ihnen gerade Entgegengesetzte, einen Trieb, sogar ein Bedürfnis des Menschen gegenüber. Da religiöse Handlungen das Geistigste, das Schönste, dasjenige sind, was auch die durch die Entwicklung notwendigen Trennungen noch zu vereinigen strebt und die Vereinigung im Ideal als völlig seiend, der Wirklichkeit nicht mehr entgegengesetzt darzustellen, also in einem Tun sie auszudrücken, zu bekräftigen sucht, so sind religiöse Handlungen, wenn ihnen jener Geist der Schönheit mangelt, die leersten; die sinnloseste Knechtschaft, die ein Bewußtsein seiner Vernichtung fordert; ein Tun, in dem der Mensch sein Nichts-Sein, seine Passivität ausdrückt; und über diese ist die Befriedigung des gemeinsten menschlichen Bedürfnisses erhaben, weil in ihm unmittelbar doch das Gefühl oder die Erhaltung eines wenn auch leeren Seins liegt.

Daß die höchste Not Heiliges verletzt, ist ein identischer Satz, denn die Not ist ein Zustand des Zerrissenseins, und eine ein heiliges Objekt verletzende Handlung ist die Not in Handlung. In der Not wird entweder der Mensch zum Objekt gemacht und unterdrückt, oder muß er Natur zu einem Objekt machen und unterdrücken. Nicht nur die Natur ist

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