Der Geist des Christentums und sein Schicksal (1798–1800)

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|307| gefühlt hatte; dieser Glaube schließt die Fähigkeit in sich, andere durchzufühlen und die Harmonie oder Disharmonie ihres Wesens zu empfinden; ihre Schranken und ihr Schicksal, – ihre Bande zu erkennen. Rückkehr zur Moralität hebt die Sünden und ihre Strafen, das Schicksal nicht auf; die Handlung bleibt; im Gegenteil wird sie nur um so peinigender; je größer die Moralität, um so tiefer wird das Unmoralische derselben gefühlt, die Strafe, das Schicksal wird nicht aufgehoben, weil die Moralität noch immer eine objektive Macht sich gegenüberstehen hat. Die Aufhebung der Handlung, Schadenersatz, ist eine ganz objektive Handlung.

Joh. 5, 26 f.: jener [sc. der Vater] das Einige, Ungeteilte – Schöne dies [sc. der Sohn] das Modifizierte – υἱὸς ἀνϑϱώπου, herausgegangen aus der Einigkeit. Darum hat er Macht – gegen ein Feindliches, Gegenüberstehendes -, das Gericht [zu halten], ein Gesetz gegen solche, die von ihm abtrünnig sind – Reich der Freiheit und Wirklichkeit.

A. Zeremon[ien]. Gebote über heilige Dinge und Dienst. Gegen die Privilegien der Juden Matth. 8, 10 ff.

Fasten, Matth. 9, 14: menschliches Leben und Liebe darüber erhaben: V. 16-17: Unverträglichkeit des Alten mit dem Neuen; Gefahr, die der Selbstbestimmung der Moralität durch das Positive droht – Fasten muß von der Stimmung des Gemüts zu Freude oder Leid abhängen.

Matth. 12, 1-8: Entheiligung des Sabbaths – entgegengesetzt das Beispiel ihrer Priester (die Nichtnotwendigkeit) und die Gesetzgebung des Menschen; V. 11-12: Vorzug des Bedürfnisses des Menschen.

15, 2: Hände waschen vor dem Brotessen – den Pharisäern entgegengesetzt das Übertreten eines Gebots durch die Pharisäer selbst, durch ihre objektiven Gebote; V. 11, 20: dem übrigen Volke die Gesinnung, das Subjektive des Menschen, nichts Objektives rein, keine gegebene Reinheit.

17, 25: Steuer – der König nimmt sie nur von Fremden; so sind die Söhne frei; daß sie sich aber nicht ärgern (σϰανδαλίζειν).

19, 1: die Liebe, die Gesinnung über das Gesetz – in Ansehung der Ehe.

24. Kap.

[B. Moral.] Moralität erhält, sichert nur die Möglichkeit der Liebe und ist daher ihrer Handlungsart nach nur negativ; ihr Prinzip ist die Allgemeinheit, d. h. alle als seinesgleichen – als gleiche zu behandeln, die Bedingung der Liebe; das Vermögen der Allgemeinheit ist die Vernunft; – ein durchaus nur moralischer Mensch ist ein Geiziger, der sich immer Mittel zusammenscharrt und

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