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|416| die Apostel zwischen ihnen und Lebensumständen des Jesus aufstellen, nicht ihre Wahrheit und Geist, sowenig als ihre Wahrheit in der strengen objektiven Annahme sichtbar ist, daß die wirklichen Worte und Gesichte der Propheten der frühere Ausdruck späterer Wirklichkeiten seien. Der Geist der Beziehung, die die Freunde Christi zwischen den Gesichten der Propheten und den Begebenheiten des Jesus finden, wäre zu schwach aufgefaßt, wenn sie nur in die Vergleichung von Ähnlichkeit der Situationen gesetzt würde, in eine Vergleichung, wie wir der Darstellung einer Lage oft den bestimmten Ausdruck alter Schriftsteller hinzufügen. Johannes sagt bei dem oben angeführten Beispiel ausdrücklich, daß die Freunde des Jesus erst, nachdem Jesus verklärt, nachdem der Geist über sie gekommen war, diese Beziehungen erkannten; hätte Johannes einen bloßen Einfall, eine bloße Ähnlichkeit Verschiedener in dieser Beziehung gesehen, so hätte es dieser Bemerkung nicht bedurft; so aber [ist] im Geiste jenes Gesicht des Propheten und dieser Umstand bei einer Handlung Jesu eins; und da die Beziehung nur im Geiste ist, so fällt die objektive Ansicht derselben als eines Zusammentreffens von Wirklichem, von Individuellem weg. Dieser Geist, der das Wirkliche sowenig fixiert, oder es zu einem Unbestimmten macht, und nichts Individuelles, sondern ein Geistiges darin erkennt, ist besonders auch Joh. 11, 51 sichtbar, wo Johannes über die Maxime des Kaiphas und deren Anwendung, daß es besser sei, ein Mensch sterbe fürs Volk, als daß dies im Ganzen in Gefahr komme, erinnert, daß Kaiphas dies nicht für sich selbst als Individuum gesprochen habe, sondern als Hoherpriester in prophetischer Begeisterung (πϱοεϕήτευσεν). Was wir etwa unter dem Gesichtspunkt eines Instruments der göttlichen Vorsehung ansehen würden, darin sah Johannes ein vom Geist Erfülltes, da der Charakter der Ansicht Jesu und seiner Freunde nichts so sehr entgegengesetzt sein konnte als dem Gesichtspunkte, alles für Maschine, Werkzeug, Instrument zu nehmen, sondern vielmehr der höchste Glaube an Geist war; und da, wo
