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|336| darzustellen, welches denn freilich nur in unvollständigen Parabeln geschehen kann.
Querverweis: Zum Eigentum später: § 41 ff. und die Anmerkung zu § 46.
Einen Kontrast mit dieser Gesetz- und Pflichtlosigkeit in der Liebe, die Jesus als das Höchste bezeichnet, macht die Art des Johannes des Täufers, von welcher Lukas (Kap. 3) einige Proben aufbehalten hat. Wie sie noch hoffen könnten, ungeachtet sie Abraham zum Vater haben, sagt er zu den Juden, ihrem erzürnten Schicksal zu entgehen: „Die Axt liegt schon an der Wurzel der Bäume.“ Und da die Juden ihn nun fragten, was sie zu tun haben, so sagte er, wer zwei Röcke oder überflüssige Speise hat, gebe es dem, der nicht hat; die Zöllner gemahnte er, nicht mehr Abgaben zu fordern, als ihnen vorgeschrieben ist; die Soldaten, niemand zu plagen, nichts zu erpressen, sondern von ihrem Solde zu leben; noch ist von ihm bekannt (Matth. 14, 4), daß er sich in Schmälen über das Verhältnis des Herodes mit seines Bruders Frau einließ; ein Schelten, das ihn den Kopf kostete; sein Schicksal vollendete sich über eine Bestimmtheit; wie sein Lehren nach den obigen Proben eine Ermahnung zu bestimmten Tugenden war und den großen Geist, die alle umfangende Seele derselben nicht in seinem Bewußtsein zeigt. Er fühlte dies auch selbst und verkündigte einen andern, der, die Wurfschaufel in der Hand, die Tenne fegen werde; Johannes hofft im Glauben statt seiner Wassertaufe von seinem Nachfolger eine Taufe mit Feuer und Geist.
Der Positivität der Juden hat Jesus den Menschen entgegengesetzt, den Gesetzen und ihren Pflichten die Tugenden, und in diesen die Immoralität des positiven Menschen aufgehoben. Der positive Mensch ist zwar in Rücksicht auf eine bestimmte Tugend, die für ihn und in ihm Dienst ist, weder moralisch noch unmoralisch, und der Dienst, in welchem er gewisse Pflichten ausübt, ist nicht unmittelbar eine Untugend gegen dieselben Pflichten, aber mit dieser bestimmten Gleichgültigkeit ist zugleich eine Immoralität von einer andern
