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|328| Inhalt nach so dürftig, daß sie außer der einzigen in ihm verbotenen Mißhandlung alle übrigen zuläßt; vor der Versöhnlichkeit hingegen ist auch Zorn ein Verbrechen, und [ebenso] die schnelle Reaktion des Gefühls einer Unterdrückung, die Aufwallung, wieder zu unterdrücken, welche eine Art blinder Gerechtigkeit ist und also doch Gleichheit, aber Feindlicher voraussetzt; [während] der Geist der Versöhnlichkeit hingegen in sich ohne feindselige Gesinnung [ist], die Feindschaft des anderen aufzuheben strebt. Wenn nach der Liebe geurteilt wird, so ist es ihr auch, und zwar ein größeres Verbrechen als der Zorn, seinen Bruder einen Schurken zu schelten; aber ein Schurke in seinem Isolieren, in dem er sich, einen Menschen, den Menschen feindlich gegenüberstellt und in dieser Zerrüttung zu bestehen strebt, wird noch für etwas gehalten, er gilt noch, denn er wird gehaßt, und ein großer Schurke kann bewundert werden; der Liebe ist es daher noch fremder, den anderen für einen Narren zu erklären, welches nicht nur alle Beziehung mit ihm, sondern auch alle Gleichheit, alle Gemeinschaft des Wesens aufhebt, ihn in der Vorstellung völlig unterjocht, als ein Nichts bezeichnet.24)
24) Fußnote Hegels. Die Worterklärung spricht am meisten für die hier angenommene Bedeutung des ϱ̔αϰά, die Hauptschwierigkeit dagegen machte der moralische Sinn der Ausleger, die den Narren gelinder finden als den Schurken und beide Worte nicht nach dem Gemüt, aus dem sie kommen, sondern nach dem Eindruck beurteilen, den sie machen, und da fühlt sich der für einen Narren erklärte sui iuris gemacht, und wenn er so gescheit ist als der andere, dreht er das um und heißt den anderen einen Narren.
Dagegen läßt die Liebe, die vor dem Altar [sich] einer Entzweiung bewußt wird, ihr Opfer dort, versöhnt sich mit dem Bruder und tritt dann erst rein und einig vor die einige Gottheit. Sie läßt sich nicht vom Richter ihr Recht zumessen, sondern versöhnt sich, ohne alle Rücksicht auf Recht.25)
25) Im Manuskript gestrichen: Sie fordert sogar Aufhebung des Rechts, das durch eine Trennung, eine Beleidigung erwachsen ist, sie fordert Versöhnung.
Ebenso stellt Jesus der pflichtmäßigen Treue in der Ehe und dem Rechte, sich von dem Weibe zu scheiden, die Liebe entgegen,
