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|404| und dies Mangelnde ein Anteil an der Welt ist. So fand also der Bund der Gemeine keine Aussöhnung des Schicksals, aber das entgegengesetzte Extrem des jüdischen Geistes, nicht die Mitte der Extreme in der Schönheit. Der jüdische Geist hatte die Modifikationen der Natur, die Verhältnisse des Lebens zu Wirklichkeiten fixiert, aber ihrer als Gaben des Herrschers schämte er sich der Dürftigkeit derselben nicht nur nicht, sondern sein Stolz und sein Leben war der Besitz von Wirklichkeiten. Der Geist der christlichen Gemeine sah gleichfalls in jedem Verhältnis des sich entwickelnden und darstellenden Lebens Wirklichkeiten; aber da ihm als Empfindung der Liebe die Objektivität der größte Feind war, so blieb er ebenso arm als der jüdische, aber er verschmähte den Reichtum, um dessen willen der jüdische diente.
Die lebenverachtende Schwärmerei kann sehr leicht in Fanatismus übergehen; denn um sich in ihrer Beziehungslosigkeit zu erhalten, muß sie dasjenige, von dem sie zerstört wird und das, sei es auch das Reinste, für sie unrein ist, zerstören, seinen Inhalt, oft die schönsten Beziehungen verletzen. Schwärmer späterer Zeiten haben das Verschmähen aller Formen des Lebens, weil sie verunreinigt sind, zu einer unbedingten leeren Gestaltlosigkeit gemacht und jedem Triebe der Natur, bloß weil er eine äußere Form sucht, den Krieg angekündigt, und um so schrecklicher war die Wirkung dieser versuchten Selbstmorde, dieses Festhaltens an der leeren Einheit, je fester noch in den Gemütern die Fessel der Mannigfaltigkeit war; denn indem nur das Bewußtsein beschränkter Formen in ihnen war, so blieb ihnen nichts übrig als eine durch Greueltaten und Verwüstungen bewerkstelligte Flucht ins Leere. – Als aber das Schicksal der Welt zu groß [wurde] und sich neben und in der Kirche, die mit ihm unverträglich ist, erhielt, so war an keine Flucht mehr zu denken. Große Heuchler gegen die Natur haben es daher versucht, eine widernatürliche Verbindung der Mannigfaltigkeit der Welt und der lebenslosen Einheit, aller beschränkten gesetzlichen Verhältnisse und menschlichen Tugenden
