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|407| bei welcher man sich der Trennung desselben von seiner dargestellten [Gestalt] bewußt wäre, sondern das zugleich im Herzen, zugleich die Empfindung und Gegenstand ist; Empfindung als Geist, der alle durchweht und ein Wesen bleibt, wenn auch jeder Einzelne seiner Empfindung als seiner einzelnen sich bewußt wird.
Ein Kreis der Liebe, ein Kreis von Gemütern, die ihre Rechte an alles Besondere gegeneinander aufgeben und nur durch gemeinschaftlichen Glauben und Hoffnung vereinigt sind, deren Genuß und Freude allein diese reine Einmütigkeit der Liebe ist, ist ein kleines Reich Gottes; aber ihre Liebe ist nicht Religion, denn die Einigkeit, die Liebe der Menschen enthält nicht zugleich die Darstellung dieser Einigkeit. Liebe vereinigt sie, aber die Geliebten erkennen diese Vereinigung nicht; wo sie erkennen, erkennen sie Abgesondertes. Daß das Göttliche erscheine, muß der unsichtbare Geist mit Sichtbarem vereinigt sein, daß alles in einem, Erkenntnis und Empfinden, daß eine vollständige Synthese, eine vollendete Harmonie, daß Harmonie und das Harmonische eins sei. Sonst bleibt in Beziehung auf das Ganze der trennbaren Natur ein Trieb, der für die Unendlichkeit der Welt zu klein und für ihre Objektivität zu groß ist und nicht gesättigt werden kann; es bleibt der unauslöschliche unbefriedigte Trieb nach Gott.
Nach dem Tode Jesu waren seine Jünger wie Schafe, die keinen Hirten haben; es war ihnen ein Freund gestorben, aber sie hatten auch gehofft, er sei der, der Israel befreien werde (Luk. 24, 21), und diese Hoffnung war mit seinem Tode dahin; er hatte alles mit sich ins Grab genommen; sein Geist war nicht in ihnen zurückgeblieben.41) – Ihre Religion,
41) Im Manuskript gestrichen: Zwei Tage nach seinem Tode stand Jesus von dem Tode auf, und der Glaube kehrte in ihre Gemüter zurück, und bald kam der heilige Geist über sie selbst, und die Auferstehung wurde der Grund ihres Glaubens und Ihres Heils. Da die Wirkung dieser Auferstehung so groß, da diese Begebenheit der Mittelpunkt ihres Glaubens wurde, so mußte das Bedürfnis derselben sehr tief in ihnen sein.
