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|337| Seite verknüpft; weil sein bestimmter positiver Dienst eine Grenze hat und er über diese nicht hinauskann, so ist er jenseits ihrer unmoralisch. Diese Immoralität der Positivität geht also auf eine andere Seite der menschlichen Beziehungen als der positive Gehorsam – innerhalb seines Kreises ist nicht-moralisch nicht unmoralisch.26) In der Setzung der Subjektivität gegen das Positive schwindet die Gleichgültigkeit des Dienstes und seine Grenze. Der Mensch steht für sich, sein Charakter und seine Tat wird Er selbst; er hat nur Schranken da, wo er sie selbst setzt, und seine Tugenden Bestimmtheiten, die er selbst begrenzt. Diese Möglichkeit der Begrenzung der Entgegensetzung ist die Freiheit, das „Oder“ in Tugend oder Laster. In der Entgegensetzung des Gesetzes gegen die Natur, des Allgemeinen gegen das Besondere sind die beiden Entgegengesetzten gesetzt, wirklich, das eine ist nicht ohne das andere; in der moralischen Freiheit
26) Im Manuskript gestrichen: Das Entgegengesetzte der Tugend aber ist Immoralität, Laster. Der spekulative Moralist, der moralische Lehrer macht eine philosophische Beschreibung der Tugend, – seine Beschreibung muß deduziert, es muß [in] ihr kein Widerspruch sein; eine Beschreibung einer Sache ist immer die vorgestellte Sache; hält er diese Vorstellung, den Begriff, an das Lebendige, so sagt er, das Lebendige soll so sein, – zwischen dem Begriff und der Modifikation eines Lebendigen soll kein Widerspruch sein als der allein, daß jener ein Gedachtes, dieses ein Seiendes ist. Eine Tugend in der Spekulation allein ist, und ist notwendig, d. h. ihr Begriff und das Gegenteil kann nicht sein, es ist keine Veränderung, kein Erwerb, kein Entstehen kein Vergehen in ihr als Begriff; aber dieser Begriff mit dem Lebendigen zusammengehalten soll sein – die Tugend als Modifikation des Lebendigen ist entweder, oder ist auch nicht, kann entstehen und vergehen. Der spekulative Moralist kann sich also wohl hinreißen lassen, in eine warme Betrachtung des Tugendhaften und des Lasterhaften zu verfallen; aber seine Sache ist eigentlich nur, mit dem Lebendigen den Krieg [zu] führen, gegen dasselbe zu polemisieren, oder nur ganz kalt seine Begriffe zu kalkulieren. Aber der Volkslehrer, der Verbesserer der Menschen, der sich an die Menschen selbst wendet, kann zwar nicht von der Entstehung der Tugend, von der Bildung zur Tugend, aber von dem Zerstörenden des Lasters und der Rückkehr zur Tugend sprechen. Die Zerstörung des Lasters besteht darin, daß sie dem Menschen Strafe zuzieht. Strafe ist die notwendige üble Folge eines Verbrechens, aber nicht jede Folge kann eine Strafe genannt werden, z. B. nicht das, daß der Charakter sich in den Verbrechen noch mehr verschlimmert; man kann nicht sagen, er hat verdient, noch schlechter zu werden.
