Jenaer Realphilosophie

[S. 287]

|287| von sich – Er ist sein ruhendes Kunstwerk – das seyende Universum, und die Weltgeschichte. – Die Philosophie entaüssert sich ihrer selbst – kommt bey ihrem Anfange, dem unmittelbaren Bewußtseyn an – das eben das entzweyte ist – Sie ist so Mensch überhaupt – und wie der Punkt des Menschen ist – ist die Welt – und wie sie ist, ist er – Ein Schlag erschafft sie beyde – Was ist vor dieser Zeit gewesen – das andre der Zeit – nicht eine andre Zeit, sondern die Ewigkeit, der Gedanke der Zeit – darin ist die Frage aufgehoben; denn diese meynt eine andre Zeit; – aber so ist die Ewigkeit selbst in der Zeit, sie ist ein Vorher der Zeit – also selbst Vergangenheit – es ist gewesen; absolut gewesen, es ist nicht – Die Zeit ist der reine Begriff – das angeschaute leere Selbst in seiner Bewegung, wie der Raum in seiner Ruhe – Vorher eh die erfüllte Zeit ist, ist die Zeit gar nicht – Ihre Erfüllung ist das wirkliche aus der leeren Zeit in sich zurükgekehrte – sein Anschauen seiner selbst ist die Zeit – das ungegenständliche – Wenn wir aber sagen, vor der Welt – Zeit ohne Erfüllung – der Gedanke der Zeit, eben das denkende, das in sich reflectirte. – Es ist nothwendig, hinauszugehen über diese Zeit, jede Periode – aber in den Gedanken der Zeit; – jenes [ist die] schlechte Unendlichkeit, die das nie erreicht – wohinaus sie geht.

Diese Entzweyung ist das ewige Erschaffen, d. h. das Erschaffen des Begriffes des Geistes – diese sich und ihr Gegentheil selbst tragende Substanz des Begriffes. – Das Universum, so unmittelbar frey vom Geiste – aber muß zu ihm zurükkehren – oder vielmehr sein ist das Thun, diese Bewegung – er hat sich die Einheit herzustellen – ebenso in Form der Unmittelbarkeit, er ist die Weltgeschichte.196) In ihr hebt sich diß auf, daß nur ansich die Natur und Geist ein Wesen ist – der Geist wird zum Wissen derselben.

196) Am Rande: der Mensch wird nicht Meister über die Natur, bis er es über sich selbst geworden ist – Sie ist Werden zum Geiste an sich; – daß diß Ansich daseye, muß der Geist sich selbst begreiffen –

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