[S. 215]
|215| wird zum Grunde gelegt, aus diesem Begriff soll es entwickelt werden. Ich bringe dazu die Bestimmung des Rechts herbey; ich zeige aus ihm, daß er eine rechtsfähige, eine Person ist; – aber diß Zeigen fällt in mich; es ist die Bewegung meines Gedankens; aber der Inhalt ist das freye Selbst; – diese Bewegung läßt aber diß nicht was es ist – oder es ist die Bewegung dieses Begriffs – Recht ist die Beziehung der Person in ihrem Verhalten zur andern – das allgemeine Element ihres freyen Seyns – oder die Bestimmung, Beschränkung ihrer leeren Freyheit. Diese Beziehung oder Beschränkung habe ich nicht für mich auszuhecken, und herbey zu bringen; sondern der Gegenstand ist selbst dieses Erzeugen des Rechts überhaupt, d. h. der anerkennenden Beziehung – In dem Anerkennen hört das Selbst auf diß einzelne zu seyn; es ist rechtlich im Anerkennen, d. h. nicht mehr in seinem unmittelbaren Daseyn. Das anerkannte ist anerkannt als unmittelbar geltend, durch sein Seyn; – aber eben diß Seyn ist erzeugt aus dem Begriffe; es ist anerkanntes Seyn; der Mensch wird nothwendig anerkannt und ist nothwendig anerkennend. Diese Nothwendigkeit ist seine eigne, nicht die unsres Denkens im Gegensatze gegen den Inhalt. Als anerkennend ist er selbst die Bewegung, und diese Bewegung hebt eben seinen Naturzustand auf; er ist Anerkennen; das natürliche ist nur, – es ist nicht geistiges.
Die Individuen, wie sie gegeneinander sind, anerkennen sich noch nicht, sondern ihr Seyn ist vielmehr gestört; der eine hat es durch seinen Besitz gestört; dieser Besitz ist noch kein Eigenthum.62) – Das Recht des Besitzes unmittelbar geht gegen
62) Am Rande: Betrachte ich ihn deßwegen in diesem Naturzustande, als unmittelbar besitzend, und frage was hier Rechtens ist, so erfodert diß eine absolute Bestimmung, jenes aber ist das zufällige Seyn; ebenso zufällig ist ihre Beziehung aufeinander, und es ist keine Bestimmung zu gewinnen – Es scheint die Sache weil sie mein ist, Ich bin anzuerkennen, gelte unmittelbar und in der Form der Unmittelbarkeit; diß anerkennen ist das Recht.

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