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|210| gegeneinander noch nicht als Selbst bestimmt, nur das Eine ist das Wissen, in sich, und das andre Wissen als Thätigkeit nach aussen; – und das eine ist nach Aussen das allgemeine, die gerundete Substanz, – das Andre nach innen. Sie sind daher nur entgegengesetzte Charaktere, nicht sich selbst wissende, sondern sich nach Einer Seite im Andern wissende, und nach Einer Seite nur sich in sich; die Bewegung des Wissens ist daher im Innern selbst, nicht im Gegenständlichen; in ihrem ersten Verhältnisse fallen die Seiten der Spannung schon auseinander; sie nähern sich zwar mit Ungewißheit und Schüchternheit, aber doch mit Vertrauen, denn jedes weiß unmittelbar sich im andern, und die Bewegung ist nur die Verkehrung, wodurch jedes erfährt, daß das Andre sich ebenso in seinem Andern weiß. Diese Umkehrung liegt darin, daß eben jedes seine Selbstständigkeit aufgibt; der Reitz ist selbst eine Erregung, d. h. er ist das nicht in sich befriedigt seyn, sondern sein Wesen im Andern zu haben – dadurch, daß es sich im Andern weiß, sich aufhebt, als für sich seyend, als verschieden. Diß eigne Aufheben ist sein Seyn für anderes; worein sein unmittelbares Seyn umschlägt. Sein eignes Aufheben wird jedem am Andern als Seyn für andres. Das Andre ist also für mich, d. h. es weiß sich in mir. Es ist nur Seyn für Andres d. h. es ist ausser sich.
Diß Erkennen ist die Liebe. Es ist die Bewegung des Schlusses, so daß jedes Extrem vom Ich erfüllt; unmittelbar so im Andern ist, und nur diß Seyn im andern vom Ich sich abtrennt und ihm Gegenstand wird. – Es ist das Element der Sittlichkeit, noch nicht sie selbst, es ist nur die Ahndung derselben. Jedes nur als bestimmter Willen, Charakter oder natürliches Individuum, sein ungebildetes natürliches Selbst ist anerkannt. – Hohe54) ritterliche Liebe fällt in das mystische
54) Am Rande: Gedoppelte Ahndung des Ideals in der Wirklichkeit von der unmittelbaren Existenz erhoben zu ihm – Ideal allgemeines Selbst; – Herabsteigen aus der Welt des Himmels in die Gegenwart – Sprosse der Himmelsleiter – daß das göttliche in der Gegenwart ist – Gott ist die Liebe Freude, weil das natürliche anerkannt ist.

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